Die Verbandsliga-Saison 2025/26 ist nun schon seit einigen Wochen Geschichte und die 2. Männermannschaft der SG LVB Leipzig kann durchaus auf eine erfolgreiche Spielzeit zurückblicken. Die vorherige Saison 2024/25, welche mit Platz 8 abgeschlossen wurde, stand schon im Zeichen des Umbruchs und dies kam erneut auf das Trainerteam Seefeld/Reinicke zu. Mit Schomacker (Karriereende), M. Janus (Karriereende), Karp (Studium), Fink (Studium), Schulz (Altenburg), und später Mühlbach (Studium), Mielke (Böhlen) und Träger (Riesa) sowie Schnitzer und Schädlich (beide 1. Männermannschaft) blickte man zu Beginn der Vorbereitung erneut auf ein fast „neues“ Team. Mit Weber (1./3. Männermannschaft), Schade (Stuttgart), Stock (Torgau) sowie Flechsig, Ihme und Woischnik (eigener Nachwuchs) konnten die entstandenen Lücken zufriedenstellend gefüllt werden. In der Vorbereitung hieß es also erneut, sich als Team zu finden und auf die Grundlagen der vergangenen Spielzeit aufzubauen. Bei gemeinsamen Team-Events wie dem Beachhandball-Cup in Zwenkau, schweißtreibenden Einheiten bei Crossfit Leipzig und Freiluftfitness sowie Team-Tagen inklusiven Brauereibesichtigung in Krostitz fand man schnell als Team zusammen. Auch in den ersten Tests gegen SV Blau-Rot-Coswig (Glückwunsch zur diesjährigen Meisterschaft), USV Halle II, HC Burgenland II und einem Klein-Turnier mit dem HSV Dresden II und SC Riesa konnte bereits viel Praxiserfahrung gesammelt werden. So ging es gut gestimmt Richtung Saison-Start mit dem Ziel, besser als in der Vorsaison abzuschließen und einen gesicherten Mittelfeldplatz zu erzielen.
Zum Saisonstart ging es für das Team zu den Stiefelstädtern der HSG Neudorf/Döbeln. In der Vorsaison gab es gegen diese Mannschaft deutliche Niederlagen. Erneut blieben die Straßenbahner sieglos, auch wenn deutlich knapper als im Jahr zuvor (31:27). Zum ersten Heimspieltag empfingen wir mit dem SV Rotation Weißenborn (Vorsaison Verbandsliga Ost) einen unbekannten Gegner. Klares Ziel: erster Saisonsieg. In einer sehr fahrigen und hart umkämpften Partie behielten wir am Ende die Oberhand und brachten den Sieg, auch wenn mit viel Krampf ins Ziel (29:28). Gegen die Top-Teams der Liga HSG Freiberg II und Union Chemnitz reichten 45 gute Minuten nicht aus und man verfiel in den Schlussminuten in alte Muster zurück (31:25 und 22:31 Niederlagen). So zeigte sich etwas Unmut über den vermasselten Saisonstart und die Mannschaft ging sichtlich angespannt in das bevorstehende Derby gegen DHfK III, welches dann doch richtungsweisend sein sollte. Nach einem 12:10-Rückstand zur Halbzeit zeigte die Mannschaft absoluten Kampf und Emotionen, drehte das Spiel und belohnte sich mit dem ersten Derbysieg in dieser Saison. Dies sorgte für sichtlichen Aufwind. In der ersten Runde des HVS-Pokals ging es dann, nach kurzer Herbstpause, zum Liga-Konkurrenten aus Riesa. Und hier war mächtig Feuer drin: Bis zur Halbzeit war LVB II die klar bessere Mannschaft (10:14), ließ sich aber zunehmend von einer emotional kämpfenden Riesaer Mannschaft beeindrucken, welche das Spiel zwischenzeitlich drehten und die Leipziger sichtlich unter Druck setzen. Doch Florin Träger hatte was dagegen und setzte den Schlusspunkt und somit den Einzug in die nächste Pokalrunde (23:24). Dieses gewonnene Selbstvertrauen übertrug sich auf die nächsten Spiele. Nach dem nächsten Derby-Sieg gegen Mogono-Leipzig (33:28) folgten deutliche Siege gegen USG Chemnitz (27:37) und SC Riesa (36:19). In der 2. Runde des Landskron-Pokals ging es für die Jung-Bahner nach Pulsnitz. In einer ebenfalls hitzigen Partie ließ eine Schwächephase in Halbzeit 2 (nach 8-Tore-Führung) die Pokalträume fast platzen. Doch auch hier zeigte das Team, dass es sich in einem guten Entwicklungsprozess befindet und auch solche Spiele wieder an sich reißen kann. Sieg in Runde 2! Im Ligabetrieb ging es am 9. Spieltag dann ins Topspiel zum Aufstiegsaspiranten Nr. 1: NHV Concordia Delitzsch II. Hier zeigte das junge Team, was bei hoher Bereitschaft, Motivation und Zusammenhalt möglich ist. Aus einer starken Abwehr mit einem überragenden Janus im Tor dahinter fügte man den Delitzschern die erste Heimniederlage seit fast zwei Jahren zu und zeigte klar, welches Potenzial vorhanden ist. Beim darauffolgenden „Krampf-Sieg“ gegen die 2.Vertretung des HC Glauchau/Meerane (21:24) waren die meisten Köpfe wohl schon bei der anschließenden Team-Weihnachtsfeier mit Besuch des Meeraner Weihnachtsmarkt und Griechen. Die Siegesserie von acht Spielen fand dann leider im letzten Heimspiel des Jahres ein Ende. Gegen abgezockte Fraureuther lief an diesem Tag überhaupt nichts zusammen. Zahlreiche Fehlwürfe und technische Fehler brachten eine 33:35 Heimniederlage, was für sichtliche Enttäuschung zum Abschluss der Hinrunde sorgte. Auch wenn diese Niederlage richtig weh tat, zeigte das Trainerteam der Mannschaft nochmal auf, welche tollen Prozess und Entwicklung die Jungs bereits in der Hinrunde genommen haben und für das vorgenommene Saisonziel voll im Kurs lagen. So ging es in die wohlverdiente Weihnachtspause.
Diese verging jedoch sehr schnell und es ging direkt am ersten Januar-Wochenende mit dem Ligabetrieb weiter. Zum Rückrundenauftakt empfing man in eigener Halle die HSG Neudorf/Döbeln mit nur einem Ziel: Endlich gegen Döbeln gewinnen! Mit einer konzentrierten Leistung über 60 Minuten konnte dies geschafft werden und die Jung-Straßenbahner gewannen mit 36:34. Rückrundenauftakt geglückt! In Weißenborn zeigten die Leipziger von Beginn an ihre Dominanz im Tempospiel und gewannen deutlich mit 25:38. Es folgten die Top-Spiele um die vorderen Plätze gegen die HSG Freiberg II und Union Chemnitz. Gegen Freiberg II war das Motto ähnlich wie gegen Döbeln: Ein Sieg soll endlich her. Das beide Teams schon zu diesem Zeitpunkt zu den Top-Mannschaften der Liga gehörten, zeigte dieses Aufeinandertreffen. Freiberg war die Mannschaft, welche fast den gesamten Spielverlauf vorn lag, doch die LVBer warfen erneut alles in die Wagschale, glichen permant aus und konnten kurz vor Ende erstmals in Führung gehen und diese über die Bühne bringen (29:28). So ging es mit breiter Brust nach Chemnitz zur Union zum nächsten „Top-Spiel“. Bis zur 35. Minute lief wenig für die Leipziger zusammen und beim 19:11 für Chemnitz sah alles nach einer deutlichen Niederlage aus. Doch aufbauend auf einer sich immer wieder pushenden Abwehr arbeitete man sich Stück für Stück an Union heran, welche sichtlich beeindruckt schienen. So war es Youngster Phil Ellmann, der 13 Sekunden vor Schluss den Ausgleich erzielte, was sich nach Schlusspfiff wie ein Sieg anfühlte. Zum Derby gegen DHfK III schlug die Krankheits-/Verletztenwelle etwas und in einer erneut sehr harten Partie, sah es 30 Sekunden vor Schluss bei 30:32 wie eine Niederlage für LVB aus. Doch wie bereits in den Spielen zuvor und mit etwas Glück gelangen zwei schnelle Ballgewinne und unser Ritter Fabian Eschke netzte mit dem Schlusspfiff zum Ausgleich ein. Kurz Winterpause=Luft holen und erneut zur Union: 3. Runde des HVS-Pokals. Mit einer Rumpftruppe (viele angeschlagene Spieler) blieb man bis zur 48. Minute an Union dran. Am Ende fehlten aber die Kräfte, was das Ausscheiden im Viertelfinale des Landskron-Pokals bedeutet. Somit galt=voller Fokus auf die Liga, noch sechs Spiele, jetzt wollen wir oben dran bleiben! Beim zweiten Leipzig-Derby gegen Mogono ging es zwischenzeitlich sehr knapp und hitzig zur Sache. Die Straßenbahner blieben in den Schlussminuten jedoch cool, nutzten ihre Chancen und gewannen deutlich mit 25:31. Gegen USG Chemnitz konnte der höchste Saisonsieg von 45:23 gefeiert werden. Beim SC Riesa ließ man sich trotz langer Führung erneut vom Publikum und den emotionalen Gastgebern beeindrucken. In einer turbulenten Schlussphase wurde die Führung abgegeben, es konnte aber die letzte Chance genutzt und somit ein Punkt mit nach Leipzig genommen werden. Vorletztes Heimspiel: Der Tabellenführer aus Delitzsch war zu Gast. Das diese auf Revanche aus waren, zeigten sie von der ersten Minute. Viel Emotionen, hohes Tempo und jeder Fehler wurde bestraft. Bis Mitte 2. Halbzeit konnten die Rand-Leipziger ihre Führung bis auf 5 Tore ausbauen. Doch was macht diese Saison die Mannschaft aus: Kämpfen, positiv bleiben und erst der Schlusspfiff zählt. So fiel in der 55. Minute der Ausgleich und wenig später die erste Führung nach dem 1:0. Zwei ganz wichtige Parade von Misiewicz und Treffer von Flechsig und Ellmann sicherten den nächsten, doch unerwarteten Sieg. Damit brachte man wieder etwas Spannung ins Meisterschaftsrennen, da Delitzsch, Freiberg II, Union und LVB II maximal nur drei Punkte trennten. Noch zwei Spiele: Zuhause Glauchau/Meerane II und auswärts Fraureuth. Das Heimspiel gegen Glauchau II konnte ohne Glanz gewonnen werden (30:23) und somit ging es zum Revanche-Spiel nach Fraureuth. In einer der wahrscheinlich Zeitstrafen-intensivsten Partie der Saison 2025/26 (insgesamt 22, obwohl das Spiel nicht hart geführt wurde) gelang die Revanche und man beendete die Saison mit einem 33:39 Auswärtserfolg, welcher den 3. Platz in der Verbandsliga West bedeutete.
Bronzemedaille? Wer hätte das gedacht? Zu Beginn der Spielzeit wahrscheinlich niemand. Mit dem Ziel „besser Abschneiden als die Vor-Saison“ beendet die 2. Männermannschaft mit 33:11 Punkten und dem zweitbesten Angriff der Liga die Saison 2025/26. Die Rückrunde konnte als einziges Team ohne Niederlage abgeschlossen werden, in vielen Spielen zeigte sich eine gewisse Crunch-Time-Mentalität und die „Schwächephasen“ aus der Saison zuvor konnten deutlich minimiert werden. Der sich entwickelte Zusammenhalt auch außerhalb der Sporthalle hat ebenfalls wesentlich zum Erfolg der Mannschaft beigetragen. Die Mannschaft ließ anschließend die Saison im tschechischen Budweis bei einige kühlen Getränken ausklingen und verabschiedet sich nun in die Sommerpause, bei der personell sicherlich wieder einiges passieren wird. Seid gespannt!







