In aufgeheizter Stimmung und vor voller Halle hat die SG LVB II in Riesa einen hart erkämpften Punkt gerettet. Beim 32:32 in der SH BSZ Technik Halle blieb die Partie über 60 Minuten eng, kippte in der Schlussphase kurz zugunsten der Gastgeber – ehe Sem Schade acht Sekunden vor Schluss den verdienten Ausgleich erzielte. Damit können am Ende beide Seiten leben, die Straßenbahner bleiben in der Rückrunde weiter ungeschlagen. Die Leipziger erwischten den etwas besseren Start und gingen früh mit 3:1, 6:4 und später 9:6 in Führung. Dass die Gäste dennoch nie wirklich Ruhe in die Partie bekamen, lag vor allem an den Problemen gegen den Rückraum der Hausherren. Besonders Malte Morstein, Maurice Gnadt und Ex-LVB-Toptorschütze Florin Träger hielten Riesa im Spiel und sorgten dafür, dass der Abstand klein blieb. Auch im Tor fehlten der SG LVB II diesmal einige der sonst gewohnten Paraden, sodass sich kein beruhigender Vorsprung aufbauen ließ. Zwar setzten sich die Straßenbahner beim 13:10 und 14:11 noch einmal etwas ab, doch Riesa blieb dran und verkürzte kurz vor der Pause per Siebenmeter durch Träger auf 13:14.
Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel intensiv und laut. Die LVB kam zunächst gut heraus, erhöhte auf 16:13 und 18:14 und schien mehrfach in der Lage, die Partie auf ihre Seite zu ziehen. Doch erneut ließen die Leipziger die Gastgeber über den Rückraum und in den Zweikämpfen zu einfach zu Toren kommen. Riesa arbeitete sich Tor um Tor heran und glich beim 20:20 erstmals wieder aus. Vorne übernahmen vor allem Phil Ellmann und Sem Schade Verantwortung und fanden immer wieder gute Lösungen gegen die Riesaer Defensive. Ellmann traf immer wieder aus dem Rückraum, während Schade Tiefe ins Spiel brachte. Einer der sehenswertesten Treffer des Spiels war dabei sein Dreher aus dem Nullwinkel, der sinnbildlich für den Offensivmut der Gäste stand. Auch Piet Flechsig blieb von der Linie und im Tempospiel ein wichtiger Faktor.
Die Schlussminuten gehörten zunächst eher den Gastgebern. Nach dem 29:29 zog Riesa über 30:29 und 31:30 davon, ehe die LVB per Siebenmeter von Flechsig jeweils wieder gleichzog. Als Florian Wunder 27 Sekunden vor dem Ende zum 32:31 für Riesa traf, schien die Partie endgültig zu kippen. Doch die Straßenbahner behielten die Nerven: Acht Sekunden vor Schluss war es erneut Sem Schade, der die Niederlage mit dem 32:32-Endstand abwendete. Die letzte Auszeit der Gastgeber kam zu spät.
Die Punkteteilung geht in einer umkämpften und emotionalen Partie in Ordnung. Die SG LVB II hatte vorne viele gute Lösungen und zeigte Moral bis in die Schlusssekunden, bekam defensiv aber zu wenig Zugriff auf den Riesaer Rückraum und auch zu wenig Unterstützung durch Paraden. Dass man unter diesen Umständen trotzdem in fremder Halle einen Punkt mitnimmt, spricht für die Widerstandsfähigkeit der Mannschaft. Die Rückrunde bleibt damit weiter ungeschlagen – nun wartet zuhause das nächste Highlight gegen den Tabellenführer.
Für SG LVB Leipzig II spielten:
Sascha Weber 4, Marc-Oliver Essen, Jacob Stock, Fabian Rudolf, Fabian Eschke 3, Sem Schade 7/1, Simon Haupt 1, Oskar Woischnik 1, Enrico Janus, Phil Ellmann 8, Jannes Ihme 1, Piet Flechsig 7/4, Claus Cirpka.
7-Meter SG LVB II: 5/7 (Flechsig 4/5, Schade 1/2).
Zeitstrafen SG LVB II: Sascha Weber 2 Minuten, Jacob Stock 2×2 Minuten, Oskar Woischnik 2 Minuten, Phil Ellmann 2×2 Minuten.







