Im Spitzenspiel der Sachsen-Oberliga traf der Tabellenführer BSV Limbach-Oberfrohna auf den Tabellen-Zweiten SG LVB Leipzig – die Straßenbahner hätten mit einem Sieg den Meisterschaftskampf noch einmal richtig öffnen können. Doch schon im Vorfeld zeichnete sich ab, dass die LVB als klarer Underdog antreten würde: sieben Spieler, darunter mehrere Rückraum-Leistungsträger, fehlten standen nicht zur Verfügung, weshalb A-Jugend- und M2-Spieler aushelfen mussten. Dafür standen auf der Bank neben Coach Stefan Remane mehrere weitere Vollblut-Trainer, die über 60 Minuten alles von der Seitenlinie gaben.
Erste Halbzeit: frühe Rückstände setzen Hypothek
Von Beginn an waren die Limbacher präsent und setzten sich schnell ab. In der Offensive dominierten sie viele 1-gegen-1-Situationen, während die SG LVB im Angriff zu oft zentral gegen die kompakte 6:0-Abwehr agierte. Bis zum 6:5 (14. Minute) war war es ausgeglichen, bevor Limbach über 13:8 (23. Minute) davonzog. Bis zur Pause erhöhte der Gastgeber den Vorsprung sogar auf 18:12 – ein Rückstand, der für die Rumpftruppe eine schwere Hypothek darstellte.
Zweite Halbzeit: Stabilisierung, cleveres Umstellen und Aufholjagd
Nach der Pause wurden die Trainer mit taktischen Kniffen kreativ: Der 7. Feldspieler sollte den Angriff beleben. Zudem wurde Sem Schade in seinem Debut in den rechten Rückraum und ins kalte Wasser geworfen. Er war durch die hohe Trainingsbeteiligung der letzten Wochen und eine hohe Wurfquote am Vortag in der M2 in den Kader gerückt.
Und tatsächlich wurde es auch über die rechte Seite gefährlich: Besonders Dauerbrenner Michael Heidecker, mit 10 Treffern bester Werfer der Leipziger, zeigte großen Einsatz und wurde häufig in Szene gesetzt. Er spielte wie Igor Ziegler Ruiz fast durch und doch waren beide bis zuletzt die Antreiber in der Offensive.
Zudem zeigte die SG LVB eine stabilere Defensivleistung. Besonders Oskar Woischnik und Toni Pfeiffer bekamen Zugriff - Bälle wurden erobert und Tempogegenstöße eingeleitet.
Die SG LVB kämpfte sich über das 18:23 (46.) von Hannes Zerreiner wieder heran und verkürzte auf 22:26 (55. Minute).
Doch der Bock sollte nicht fallen - zu oft suchten die Leipziger zu früh den Rückraumwurf, verloren den Ball und ermöglichten Limbach einfache Würfe ins leere Tor, so dass am Ende die starke Moral nicht ganz reichte. Limbach brachte den Vorsprung über die Zeit und gewann 31:28 vor einer lauten und gefüllten Halle mit großer Stimmung.
Fazit & Ausblick
Die Straßenbahner zeigten trotz dezimiertem Kader eine bemerkenswerte Leistung und einen starken Teamgeist, den Coach Remane nach dem Spiel ausdrücklich lobte. Obwohl es nicht zum Sieg reichte, hat das Team ein Zeichen gesetzt. Jetzt richtet sich der Blick nach vorne: Platz 2 in der Tabelle gilt es zu verteidigen, bevor kommende Aufgaben anstehen.
Spielstatistik
BSV Limbach-Oberfrohna (31 Tore)
Timon Härtig 6, Radek Musil 7, Vincent-Gilbert Brenn 1, Felix Feustel 2, Adam Habarta 2/2 (7m), Tim Planken 2, Enrico Dudin 1, Vincent Hasselbusch 4, Torsten Wetzel 2, Alexander Matschos 2, Eric Thomas 1.
7-Meter Limbach: 2/2.
Zeitstrafen Limbach: Andreas Weikert 2x2, Alexander Matschos 2 Minuten, Paul David Nitschke 2 Minuten.
SG LVB Leipzig (28 Tore)
Michael Heidecker 10, Igor Ziegler Ruiz 4, Sem Schade 4, Martin Schnitzer 3, Hannes Zerreiner (3/2), Tom Krause 2, Vincent Rein 1, Luis Gauger 1, Noah Freiberg, Alex Kunze, Oskar Woischnik, Florian Schädlich, Toni Pfeiffer.
7-Meter SG LVB: 2/2.
Zeitstrafen SG LVB: Tom Krause, Michael Heidecker, Martin Schnitzer.







