Viertelfinale in der Sachsenhalle, körperbetonte Atmosphäre von Beginn an – und eine Leipziger Mannschaft, die personell nicht aus dem Vollen schöpfen konnte, aber dennoch mit viel Energie auftrat. Chemnitz agierte über weite Strecken in einer offensiven 5:1-Abwehr und stellte die Straßenbahner damit erneut vor Probleme. So konnten die Unioner früh im Spielaufbau stören und Tempo aus dem Leipziger Spiel nehmen. In der Anfangsphase fehlte die Geduld, um die Abwehr konsequent in Bewegung zu bringen. Statt den Ball laufen zu lassen und auf die klare Lücke zu warten, wurde zu häufig der schnelle Abschluss gesucht.
Mit zunehmender Spielzeit fanden die LVBler jedoch bessere Lösungen gegen die offensive Deckung. Durch klügere Laufwege und mehr Tiefe im Rückraum konnten sich freie Wurfchancen erarbeitet werden. Allerdings blieb die Chancenverwertung ein entscheidender Faktor: Zu viele Abschlüsse fanden nicht den Weg ins Tor, sodass man sich für gute Angriffssequenzen nicht belohnte. Defensiv entwickelte sich ein intensives Duell mit vielen Zweikämpfen und hoher Emotionalität. Beide Mannschaften gingen körperlich zur Sache, was ein kurzer Blick auf Sascha Webers Rücken bestätigte. In der Abwehr zwang man den Gegner oft zum Zeitspiel, konnte sich für diese Leistung aber nicht belohnen, weil der Ball letztlich doch seinen Weg ins Tor fand. Trotz des personellen Engpasses zeigte die LVB über die gesamte Spielzeit Moral, arbeitete sich mehrfach heran und ließ sich auch von zwischenzeitlichen Rückständen nicht abschütteln.
Zur Halbzeit lag Chemnitz mit 16:12 vorne, und auch im zweiten Durchgang gelang es den Gastgebern, die Führung zu verteidigen. Kurzzeitig kam man nochmal auf zwei Tore ran, konnte aber das Momentum nicht für sich nutzen und den Ausgleichtreffer erzielen. Am Ende setzte sich Union Chemnitz mit 30:24 durch. Das Ergebnis spiegelt nicht vollständig wider, wie hart umkämpft diese Partie über weite Strecken war. Leipzig bewies Kampfgeist, hielt körperlich dagegen und machte es dem Favoriten trotz dezimierten Kaders schwer. Das zeigt die Entwicklung der Mannschaft in dieser Saison: Keiner ließ den Kopf hängen während der Partie, stattdessen wurden die Emotionen hoch gehalten. Man blickt nun mit Vorfreude und voller Motivation nach vorne: Am 28.02. um 17:00 Uhr steht mit dem Derby gegen MoGoNo Leipzig das nächste wichtige Spiel an – erneut ein Duell, in dem Intensität und Mentalität gefragt sein werden.







