Die Verbandsliga West hatte am letzten Januarwochenende ein Topspiel zu bieten. Die zweite Mannschaft der Leipziger Verkehrsbetriebe auf dem dritten Tabellenplatz fuhr zum Auswärtsspiel zur Union Chemnitz, um den Zweitplatzierten in der Sachsenhalle zu fordern. Nicht nur der Blick auf die Tabelle, sondern auch die zwischenzeitliche Fünf-Tore-Führung im Hinspiel zeigten, dass man sich an diesem Tag nicht vor einem Topteam mit Aufstiegsambitionen verstecken musste.
Man weiß nicht, ob es am fehlenden Besuch des Nischels oder an den kalten Temperaturen lag, allerdings fanden die Leipziger Jungs zu Beginn nicht ins Spiel. Nicht nur kassierte man einen derben 4:0-Lauf, sondern blieb auch fast acht Minuten ohne eigenen Treffer. Vor allem die 5:1-Deckung der Gastgeber zwang den LVB zu überhasteten Abschlüssen und einfachen Zuspielfehlern. Besonders ärgerlich, denn eigentlich hatte man sich in der Trainingswoche genau darauf strategisch vorbereitet, um Lösungen zu finden. Was im Training funktionierte, konnte im Spiel nicht umgesetzt werden, da es an Überzeugung und Geduld mangelte – und mit dem Kopf kommt man eben selten durch die Wand.
Getragen vom heimischen Publikum behielt Union Chemnitz die ganze Zeit eine entspannte Führung aufrecht. Auch wenn im Angriff peu a peu Lösungen gefunden wurden, konnte man nicht in Schlagdistanz kommen. Zur Halbzeit waren es dann sechs Tore Rückstand, fünf Minuten später sogar acht. Ein Spielstand, der retrospektiv zur letzten Saison den einen oder anderen beunruhigte, wieder eine Klatsche einzufahren wie in alten Tagen.Allerdings unterstrich die Mannschaft ihren für diese Saison charakteristischen Kampfgeist und gab sich nicht geschlagen. Die siegessicheren Chemnitzer hatten nun mit fehlender Durchschlagskraft im Angriff zu kämpfen und mussten in der Abwehr einen entschlossenen LVBler nach dem anderen passieren lassen. In den letzten fünf Minuten war der Rückstand bereits auf ein Tor dezimiert, und man erspielte sich hundertprozentige Chancen für den Ausgleich, die man gleich zweimal liegen ließ. Erst 13 Sekunden vor Schluss konnte Crunchtime-Phil die Anzeigetafel wieder auf Pari stellen. Nach kurzem Zittern bei einem Freiwurf nach Ablauf der Spielzeit stand es dann fest: Man fährt mit einem hart erkämpften Punkt nach Hause.
Dadurch, dass sich dieses Unentschieden wie ein Sieg anfühlte, erbarmte sich Christian Reinecke, die versprochene Pizza wie bei einem Sieg trotzdem zu spendieren. Traditionell kehrte man bei Alan Pizza ein und verköstigte sich an wohl der günstigsten Pizza Sachsens. Mit dieser Stärkung im Magen ist man bereit für das Pokalspiel am 22.02., wieder in der Sachsenhalle gegen Chemnitz. Die Jungs werden hochmotiviert sein, würde man doch gerne jedes Team der Liga einmal schlagen.
Zuerst geht es aber nächste Woche ins Leipzig-Derby gegen die 3. Mannschaft des SC DHfK Leipzig. Die Mannschaft freut sich wieder über zahlreiche Unterstützung!
Für die SG LVB Leipzig II spielten:
Janus, Misiewicz (beide Tor); Weber (4), Karp, Stock, Kretschmer, Garte, Rudolf (1), Kirst (2), Eschke, Schade (5/4), Haupt (1), Ellmann (8), Flechsig (4), Cirpka







