Trotz Niederlage ansprechende Leistung in Hälfte zwei
Bemüht im Spielaufbau gegen die TG Münden, aber noch mit Luft nach oben: Der 21-jährige LVB-Spielmacher Richard Wagner. Foto: Martin Glass
30.10.11 von Martin Glass.
Die Drittliga-Handballer haben ihr Heimspiel gegen den Aufstiegsfavoriten TG Münden mit 29:33 (14:20) verloren. Während die Blau-Gelben in Hälfte ein gehemmt agierten, sahen rund 400 Zuschauer nach dem Seitenwechsel eine wie ausgewechselte Große-Mannschaft. Bei den Hausherren, die beim 21:22 sogar den Anschluss markierten, war Eulitz mit 9/6 Treffern bester Torschütze.
"Wir haben in der ersten Halbzeit einfach nicht geschafft, den Mündener Angriffsdruck von unserem Tor fernzuhalten und mit 20 Gegentoren einfach zu viele Treffer kassiert", erklärt Trainer Jens Große die Gründe für die Niederlage. Gleichzeitig war der Coach sehr zufrieden mit seinem Team in den zweiten 30 Minuten: "Die Leistung macht mir wirklich Hoffnung, denn jeder hat für den anderen gekämpft. Wir haben uns am Ende gut verkauft, auch wenn unsere Wechselmöglichkeiten begrenzt waren. Grundlegend bin ich mit diesem Match gegen einen so starken Gegner aber zufrieden."
Manko sei weiterhin das Fehlen von Spielmacher und Kapitän Max Berthold, der auf unbestimmte Zeit aufgrund seines Bandscheibenvorfalls ausfällt. Vertreten wird er von Richard Wagner, der sich aber auch erst wieder ins LVB-Spiel finden muss. "Richard war über die letzten eineinhalb Jahre imner wieder verletzt. Jetzt von null auf hundert das Spiel zu leiten, ist dann natürlich schwierig. Er kämpft und bemüht sich, von Spiel zu Spiel wird es immer besser. Das hat man auch heute gesehen", erklärt Große.
Sein Team erwischte einen schweren Start (0:3), hatte zu viel Respekt vor der gegnerischen Deckung. Linkshänder Jacob Fritsch nahm sich mehrmals ein Herz, netzte ein und verkürzte für die Straßenbahner auf 3:5. Doch Münden zog wieder auf 4:9 davon. Jens Große nahm seine erste Auszeit schon früh und rüttelte seine Spieler wach. Bei Rückraum-Shooter Krzysztof Zart wirkte dies besonders, denn der Pole in Diensten der deutschen Polizei setzte sich mehrfach gekonnt durch. Beim 8:11 war der alte Abstand wieder hergestellt, aber wie zuletzt konnten die LVBler ihre Aufholjagd nicht erfolgreich beenden. Im Gegenzug demonstrierten die Gäste ihre Stärke und vergrößerten ihr Polster bis zur Halbzeit auf 14:20.
Nach dem Seitenwechsel standen die Hausherren auf einmal defensiv mit einem sich steigernden Sebastian Schulz im Tor kompakter und aggressiver als zuvor. Die Mündener fanden zeitweise kein Mittel im Angriff und wurden in der Deckung immer wieder zu Fehlern und Siebenmetern gezwungen. Diese verwandelte Georg Eulitz sicher und war Garant dafür, dass Leipzig von 17:22 zum 21:22 (43. Minute) aufschließen konnte.
In dieser Phase kassierte Gäste-Hüter Virginius Petrauskas nach Herauslaufen im LVB-Konter, ebenfalls gegen Eulitz, die rote Karte. Sein Partner im Mündener Tor, der holländische Nationalspieler Luchien Zwiers, war es dann aber, der die eigene Abwehr wieder stabilisierte. Dessen Vordermann Christian Grambow nutzte die nun wieder auftretenden kleinen Lücken im Leipziger Abwehrspiel, sodass die Gäste über 21:24, 22:26 und 25:31 wieder davon zogen. Beim 28:31 gute zwei Minuten vor Schluss durch Sascha Meiner keimte zwar noch einmal Hoffnung beim Große-Team auf, doch auch die offene Manndeckung brachte keinen Punktgewinn mehr.
Durch die Niederlage verbleiben die LVB-Handballer auf dem zwölften Tabellenplatz, punktgleich mit Aschersleben, Coburg (je 7:11) und einen Zähler vor Duderstadt und Pohlheim (je 6:12).
Während Co-Kapitän Tommi Sillanpää als Spielführer der finnischen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation am kommenden Mittwoch und am Samstag gleich zweimal gegen die Niederlande antreten muss, haben die Blau-Gelben zwei Wochen zur Vorbereitung auf das mit Spannung erwartete Sachsenderby gegen den Tabellenvierten ESV Lok Pirna. Dieses steigt am übernächsten Samstagabend (12.11.) wie gewohnt um 19.30 Uhr in der Leipziger Sporthalle Brüderstraße. Anschließend geht es für die SG LVB in eine englische Woche mit Auswärts-Duellen am Mittwoch (16.11., 20 Uhr) beim HSC 2000 Coburg und Freitag (18.11., 20 Uhr) bei der GSV Eintracht Baunatal – ein Mammutprogramm.
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