23.08.11 von Matthias Roth (LVZ-Online).
Leipzig. Es ging um den guten Zweck am Dienstagabend in der Sporthalle Brüderstraße, geschenkt haben sich beide Teams nichts. Zweitligist SC DHfK hat im Duell mit Drittligist SG LVB mit 30:29 (14:12) gewonnen. Das Eintrittsgeld der rund 500 Zuschauer kommt der Handball-Nachwuchs-Akademie Leipzig/Delitzsch zu Gute.
"Wir wollten heute unter Wettkampfbedingungen spielen, das war zu wenig", sagte Karsten Günther, Geschäftsführer des SC DHfK Handball GmbH schon zur Halbzeit. Die Mannschaft mache einfach zu viele Fehler, die Torhüter bekämen kaum einen Ball zu fassen. "Gegen Essen müssen ein, zwei Kohlen drauflegen. Das können wir aber auch", meinte Günther. Gegen Tusem starten die Leipziger am 2. September in die Bundesligasaison.
Die Grün-Weißen, die auf den verletzten Eric Jacob verzichten mussten, gingen in der Startphase zwar schnell mit 5:2 in Führung, vermochten es aber nicht, sich weiter abzusetzen. Der Innenblock der SG LVB mit den Neuzugängen Oliver Wendlandt (Usedom) und Tommi Sillanpää (Aue) machte die Abwehr dicht und ließen dem Zweitligisten am Kreis kaum Chancen. Im Angriff zeigte das Team von Jens Große keinen Respekt vor klangvollen Namen, holte Tor für Tor auf und glich in der 18. Minute zum 7:7 aus. Von einem Klassenunterschied war da nichts zu sehen. Hinzu kam, dass sich der für Sebastian Schulz ins LVB-Tor gekommene Manuel Röttig stark präsentierte und einige hundertprozentige Chancen vereitelte. Zur Halbzeit konnte sich der Favorit nicht mit mehr als zwei Toren absetzen.
"So ein Erfolgserlebnis brauchten wir vor dem Ligastart", so LVB-Trainer Jens Große. Klar sei aber, dass die Mannschaft in der Meisterschaft nur eine Chance habe, wenn sie immer auf diesem Level spiele.
In der zweiten Hälfte wenig Änderung. Die Gastgeber spielten unbeeindruckt weiter, der SC DHfK verwandelte seine Siebenmeter durch René Boese sicher, außerdem steigerten sich Steve Baumgärtel und Philipp Seitle im Abschluss. Flüssiges Kombinationsspiel und ein schnelles Konterspiel zeigten die Gäste nur selten. Auf der andere Seite traf immer wieder Jan Höhne, der am Ende neun Torerfolge auf seinem Konto hatte. Mit Routine sicherten sich die Grün-Weißen am Ende den knappen Sieg.
"Wir hätten heute mit fünf bis acht Toren gewinnen müssen", glaubte Baumgärtel nach dem Spiel. Von den Gastgebern war er nicht überrascht. "Die haben eine gute Mannschaft zusammen."
Die SG LVB muss sich in der stark besetzten dritten Liga, erster Gegner ist am 3. September Dessau, nicht verstecken. Für den SC DHfK ist die durchwachsene Leistung vielleicht ein gutes Omen für die neue Saison. Im Vorjahr gewann die Mannschaft an gleicher Stelle nur knapp mit 34:33 bei der SG LVB in der Vorbereitung. Am Ende stiegen die Grün-Weißen auf. Darauf gibt Baumgärtel nichts. "Aufsteigen werden wir diese Saison nicht, ein deutlicher Erfolg wäre mir lieber gewesen", sagte der Rückraumspieler.
LVB: Schulz, Ziebert, Röttig – Kostulski, Kunz (1), Wendland (2), Zart (4), Wagner, Fritsch (5), Berthold (2), Höhne (9/3), Meiner (5/2), Sickora, Sillanpää, Leuendorf (1)
SC DHfK: Galia, Krechel – Wagner, Oehlrich (1), Weikert, Dietzman (2), Riehn (2), Boese (6/6), Telehuz, Baumgärtel (7), Streitenberger (4), Wolf, Binder, Müller (2), Seitle (6)
Siebenmeter: LVB 7/5, SC DHfK 6/6
Zweiminuten: LVB 4, SC DHfK 5
Zuschauer: 500
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SC DHfK gewinnt nur knapp gegen SG LVBLeipzig. Standesgemäß war der 30:29 (14:12)-Sieg der DHfK-Handballer im Test gegen die SG LVB nun wirklich nicht, aber dennoch verdient. Der Zweitliga-Aufsteiger hätte gestern Abend sicher gerne höher gewonnen, doch dafür war seine Wurfausbeute lange Zeit gegen den Drittligisten nicht gut genug, die Fehlerquote viel zu hoch. Von einem Klassenunterschied war über weite Strecken nichts zu sehen.
Das spricht für die LVBer, die in puncto Kampf und Einsatz den Gästen in der Sporthalle Brüderstraße vor etwa 500 Zuschauern ebenbürtig waren. Immer, wenn sich die DHfK-Männer einen einigermaßen sicheren Vorsprung herausgespielt hatten, gaben sie ihn leichtfertig wieder her.
So blieb die Partie sogar in der Schlussphase offen, als die DHfK dank der individuellen Fähigkeiten von Philipp Seitle und Steve Baumgärtel 28:23 und 30:26 klar führte. Jacob Fritsch in den Reihen des Drittligisten und vor allem der überragende Rechtsaußen Jan Höhne standen ihnen aber kaum nach, man konnte sich die beiden Linkshänder an diesem Abend auch im Aufgebot der Gegenseite vorstellen.
DHfK-Trainer Uwe Jungandreas verschwand wortlos in der Kabine, das sagte genug. Sein LVB-Kollege Jens Große war natürlich zufrieden. "Und zwar mit meiner ganzen Mannschaft nach diesem intensiven Spiel."
SG LVB: Schulz, Röttig, Ziebert; Sickora, Kunz 1, Berthold 2, Leuendorf 1, Zart 4, Sillanpää, Wendlandt 2, Fritsch 5, Höhne 9/3, Meiner 5/2.
SC DHfK: Galia, Krechel; Dietzmann 2, Streitenberger 5, Baumgärtel 6, Oehlrich 1, Boese 6/6, Wagner, Riehn 2, Seitle 6, Müller 2, Telehuz, Binder.
Winfried Wächter in der Leipziger Volkszeitung vom 24.08.2011, Seite 23
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Übertragung im FernsehenSachsens regionaler Sportsender 8Sport überträgt das Stadtderby der SG LVB - Handballer gegen den SC DHfK zu folgenden Sendezeiten:
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