11.11.10 von Martin Glass.
Die Handballer der SG LVB sind am Samstag zum Sachsenderby bei der HSG Freiberg zu Gast. Besondere Spannung bietet die Partie nicht nur aufgrund der regionalen Brisanz: LVB ist mit 15:1 Punkten Spitzenreiter, ärgster Verfolger ist Freiberg mit 13:3 Zählern. „Das wird ein Vier-Punkte-Spiel, wir könnten uns mit einem Sieg weiter absetzen“, so LVB-Trainer Jens Große.
Da die Partie hohe Handballkost und rassige Derbyatmosphäre verspricht, zeigt ein extra eingerichteter Karten-Vorverkauf. Erwartet wird eine heiße Atmosphäre in einer bis auf den letzten Platz besetzten Ernst-Grube-Halle Freiberg. Auch zahlreiche Leipziger Fans haben sich im Vorfeld ein Kontingent für den Gästeblock gesichert und werden ihr Team lautstark unterstützen.
Mit Freiberg reist der Leipziger Tross zu keinem unbekannten Gegner. Im Sommer 2009 setzte sich das LVB-Team in den Finalspielen um den Sächsischen Pokal (31:20) sowie Sächsischen Supercup (32:22) eindrucksvoll gegen die Bergstädter durch. Damals waren auf beiden Seiten zahlreiche Akteure auf dem Feld, die auch am Samstag auflaufen - allen voran den wurfgewaltigen Freiberger Spielertrainer Jiri Tancos. Dieser hat sein Team für viele überraschend und für den sächsischen Handball erfreulich auf Tabellenplatz zwei geführt hat. Ein anderer bekannter Akteur auf dem Feld wird Felix Randt sein. Der 23-jährige Rückraumspieler aus Freiberg war vor der Saison von Freiberg nach Leipzig gewechselt.
Trotz der Erfahrung mit dem Gegner warnt Coach Jens Große jedoch vor Leichtsinn: „Wir kommen mit einer gehörigen Portion Respekt nach Freiberg und wollen die Punkte natürlich mitnehmen.“ Dabei sei die Abwehr der Schlüssel zum Erfolg – vor allem durch den neuen Abwehrchef Alexander Pietzsch. Im Angriff gilt es, die zahlreichen Fehlwürfe vom 32:32-Heimspiel am letzten Sonntag gegen Oebisfelde abzustellen.
„Ein Sieg würde uns ein ordentliches Polster verschaffen und Selbstvertrauen für das Spiel gegen den nächsten Verfolger Bad Blankenburg geben“, betont der 38-jährige Übungsleiter. Jedoch sei erst einmal eine konzentrierte und engagierte Leistung in Freiberg vonnöten. „Dann sehen wir weiter“, so Große.
Multimedia:
Video: LVB-Trainer Jens Große im Video-Interview (in HD)

Jörg Kalinke (HSG Freiberg) auf hsg-freiberg.de:
HSG Freiberg empfängt den ungeschlagenen Spitzenreiter LVB Leipzig
Nachdem die HSG-Männer letzte Woche beim Spitzenspiel in Bad Blankenburg mit einem überraschenden Sieg den zweiten Tabellenplatz errangen, kann man bei der jetzt anstehenden Partie gegen den Tabellenführer LVB Leipzig in eigener Halle wohl nicht mehr von einer Außenseiterrolle sprechen.
Der ungeschlagene Top-Favorit aus der Messestadt führt seit dem ersten Spieltag die Mitteldeutsche Oberligatabelle an und hat erst letzte Woche gegen den SV Oebisfelde den ersten Meisterschaftspunkt eingebüßt. Trotz mehrerer Verletzungsausfälle ist der Ex-Regionalligist (13. der RL Süd 2009/10 mit 18:42 Punkten) bisher stets stark genug aufgestellt gewesen, um immer zu punkten. Die HSG Freiberg ist ein eigener Halle vielleicht und hoffentlich die erste nicht überspringbare Hürde.
LVB-Manager Jens-Dirk Schöne meinte im Vorfeld: „Wir kommen mit einer gehörigen Portion Respekt nach Freiberg und wollen die Punkte natürlich mitnehmen.“ Der Leipziger Coach Jens Große wertet das Spiel auf der Vereinshomepage sogar als „4-Punkte-Spiel“. Eine Niederlage der Gäste würde zwar auf Grund des Torverhältnisses nicht den Verlust des ersten Ranges bedeuten, aber die HSG zöge punktgleich mit dem LVB, der dann eine Woche später mit Bad Blankenburg den nächsten starken Verfolger erwartet. Für die Messestädter wird also in Freiberg vielleicht schon die „Herbstmeisterschaft“ entschieden.
Die HSG-Männer könnten nach den bisher erreichten Erfolgen eigentlich der Aufgabe relativ gelassen entgegen sehen. Aber der natürliche Drang unbedingt siegen zu wollen lässt die Anspannung und Aufregung von ganz alleine ansteigen. Während Spielertrainer Jiri Tancos in Bad Blankenburg stark gehandicapt auflief, können die Freiberger Zuschauer wieder auf einen topfitten 38-jährigen Ausnahmehandballer hoffen. Zudem kann und wird der Kader der „Ersten“ zu Hause wieder mit Reservisten aus der „Zweiten“ aufgestockt werden.
Wenn am Samstag, ab 20:00 Uhr, der Zweite auf den Ersten trifft, kommt es dabei auch zu einem Wiedersehen mit Felix Randt, der die HSG kurz vor Saisonstart Richtung Leipzig verließ. Aber nicht nur die Familie Randt wird beim Daumen drücken für ihre Sprösslinge unentschlossen sein, auch HSG-Legende Bernd Eulitz wird seinem Sohn Georg bei den Gästen jeden Treffer gegen die HSG gönnen.
Das Spiel verspricht also wieder einmal absolute Höchstspannung in der Ernst-Grube-Halle. Und während in den letzten Heimpartien die „Ausverkauftgrenze“ nur knapp unterschritten wurde, können sich diesmal die Verantwortlichen sicher sein, dass die 624 zu Verfügung stehenden Plätze in der EGH nicht ausreichen werden.
Deshalb sollten alle Handballinteressierten Freiberger unbedingt den angebotenen Kartenvorverkauf in der HSG-Geschäftsstelle nutzen. Von 10:00 – 12:00 Uhr und 14:00 – 17:00 Uhr am Freitag, 12.11.2010, können in der Tschaikowskistraße 15 die begehrten Tickets erworben werden. Der LVB Leipzig hat sich für seine Fans bereits ein größeres Gästekontingent gesichert.