14.11.10 von LVZ-Online.
Freiberg. Die Handballer der SG LVB Leipzig haben am Samstagabend das Spitzenspiel der Mitteldeutschen Oberliga bei der HSG Freiberg mit 31:32 (15:14) verloren. Dabei musste das Team von Trainer Jens Große den entscheidenden Treffer erst mit dem Schlusspfiff hinnehmen.
Vor 600 Zuschauern in der ausverkauften Ernst-Grube-Halle war Sebastian Lorenz-Tietz mit acht Toren bester Werfer der Messestädter.
„Heute hat nicht das Team gewonnen, das 60 Minuten lang den besseren Handball gezeigt hat", kommentierte Große nach dem Abpfiff. Tatsächlich hatten seine Jungs gut begonnen und gingen schnell 3:1 in Führung. Mit offensiver Deckungsarbeit versuchten sie die starken Rückraumspieler der Freiberger in der Griff zu bekommen. In der 18. Minute gelang den Hausherren dennoch erstmals der Ausgleich zum 9:9. Die Partie gestaltete sich nun ausgeglichen. Dennoch gelang es den Gästen, mit einer Führung in die Halbzeit zu gehen.
Nach Wiederanpfiff verschärfte sich nicht nur das Tempo der ohnehin schon rasanten Partie noch einmal. Auch die Intensität nahm weiter zu. „In dieser Phase haben die Schiedsrichter eine katastrophale Leistung abgeliefert", schimpfte Jens Große später. „Was bei Freiberg durchging, wurde bei uns gepfiffen. Jede Strafe hat uns zurückgeworfen." Dennoch blieb die SG LVB am Drücker, eröffnete dem Gegner durch die offensive Deckung aber immer wieder Räume für einfache Tore. Erst in der 53. Minute konnte die HSG die erstmalige Führung zum 29:28 herauswerfen.
Hochdramatisch gestaltete sich dann die Schlussminute. 40 Sekunden vor Schluss beim Stand von 31:31 waren die Leipziger im Ballbesitz und sicher, mindestens einen Punkt mit nach Hause zu nehmen. Doch Jacob Fritsch vertändelte bei einem Abspiel am Kreis den Ball. Quasi mit dem Schlusspfiff gelang Freibergs Spielertrainer Jiri Tancos aus knapp zehn Metern (!) der Siegtreffer. Die Zuschauer johlten.
„Ich kann meinen Jungs nichts vorwerfen", sagte Jens Große. „Sie haben aggressiv und konzentriert gespielt. Wir fühlen uns um den Sieg betrogen."
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LVB verliert in letzter Sekunde
Handballer trotz 31:32 in Freiberg weiter Tabellenführer
Das Sachsenderby der führenden Teams in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga wurde den Erwartungen von 650 Fans, darunter 45 Leipziger, in ausverkaufter Halle voll gerecht. Der Spitzenreiter SG LVB musste in einem mit harten Bandagen geführten Duell beim Zweiten HSG Freiberg mit 31:32 (15:14) die erste Niederlage einstecken. Trotzdem bleiben die Messestädter punktgleich (15:3) durch die bessere Tordifferenz (+53) Spitzenreiter.
Das Finish (29:29/ 54.) bot Spannung pur: Der HSG gelang erstmalig die Führung (30:29/ 55.). Die Zuschauer verfolgten nur noch stehend die Partie, die in letzter Sekunde mit Fernwurf des 38-jährigen Spielertrainers Jiri Tancos glücklich für die Hausherren ausging.
Die Schiedsrichter aus Thüringen schienen offenbar durch die euphorische Unterstützung der einheimischen Anhänger überfordert, denn sie ließen bei Freiberg einiges durchgehen, was auf der anderen Seite geahndet wurde. "Wir mussten vor allem in der Schlussphase klare Fehlentscheidungen hinnehmen, die in Unterzahl nicht zu kompensieren waren", ärgerte sich Coach Jens Große. "Obwohl wir tapfer gekämpft und lange Zeit geführt haben, ist es eine bittere Niederlage geworden, die aber im Kampf um den Staffelsieg längst noch keine Vorentscheidung bedeutet", fügte der enttäuschte Große hinzu. Sein Team legte einen sicheren Start hin (4:1/5.), musste mehrfach den Ausgleich hinnehmen und lag 26:23 (47.) erneut in Front, konnte aber bei dieser günstigen Konstellation den Sack nicht zubinden.
LVB: Herrmann, Röttig; Meiner 1, Zart 7, Lorenz-Tietz 8/5, Berthold 6, Fritsch 5, Eulitz 3, Pietzsch, Randt, Ziemann, Kostulski, Höhne 1.
Horst Hampe in der Leipziger Volkszeitung vom 15.11.2010, Seite 29

Jörg Kalinke auf hsg-freiberg.de:
Handballkrimi endet mit einem 32:31-Sieg für die HSG - Kochende Ernst-Grube-Halle besiegt den Spitzenreiter aus Leipzig
Vor und mit ausverkauftem Haus haben die Freiberger Oberligahandballer ihren Siegeszug fortgesetzt und den bis dato ungeschlagenen LVB die erste Niederlage in der Meisterschaft zugefügt. Zwar konnte man den Hausherren nach der kleinen Siegserie nicht unbedingt die Außenseiterrolle zuweisen, aber dennoch, der klare Favorit auf den Staffelsieg und auch bei diesem Match waren die Messestädter. Schnell machten diese auch aus ihrer Sicht den nötigen Druck und sorgten von Beginn an für klare Fronten. Die Leipziger setzten sich mit 2:0 in Front und bauten zunächst die Führung auf 3 Tore aus (4:1, 6:3 und 8:5 / 13. Min.).
Nach Auszeit der HSG beim 6:9 in der 16. Spielminute, sorgte der inzwischen ins Tor gerückte Gerd Vogel mit einem parierten Siebenmeter für den ersten Paukenschlag und Tore von Neubert (7m), Lange und Vit bescherten den erstmaligen Ausgleich der Heimmannschaft (9:9 / 19. Min.). Dann legten die Gäste wieder zwei Tore vor und die HSG glich erneut zweimal aus (11:11/12:12). Die Messestädter waren aber immer die ein bis zwei Tore besser und es gelang den Freibergern nicht einen eigenen Führungstreffer zu erzielen. Zwei Sekunden vor dem Pausenpfiff verkürzte Martin Steinfeld in Unterzahl auf den Zwischenstand von 14:15.
In der zweiten Halbzeit sah es nicht anders aus. Die Stimmung in der Halle war einfach großartig, das Spiel war spannend und man konnte den Favoriten ordentlich ärgern – mehr aber auch nicht. Trotz überragender Leistung aller Freiberger blieben die Leipziger Gäste zunächst weiter mit eins/zwei Toren vorn und ab dem 19. bis zum 23. Treffer (14. Min.) konnte die HSG stets ausgleichen. Nach erneuter Vorlage des LVB gerieten diese in Unterzahl und erhöhten dennoch auf 26:23. Mit einer enormen kämpferischen Leistung, die durch eine lautstarke Unterstützung der Fans noch gesteigert wurde, näherte man sich Mitte der zweiten Spielhälfte wieder auf Tuchfühlung an. Endlich gelang es dann auch einige Tempogegenstöße, auf die sich die Gäste bestens eingestellt hatten, erfolgreich abzuschließen und Uwe Lange erzielte mit dem 28:28 (53. Min.) wieder den Ausgleich. Nach dem 29:29 durch Tancos konnte anschließend Lukas Weigner den allerersten Freiberger Führungstreffer des Spieles zum 30:29 (55 Min.) einnetzen. Jetzt waren es die Gäste, die einem knappen Rückstand hinterher liefen und zum 30:30 und 31:31 jeweils nur ausgleichen konnten. Es waren noch fast zwei Minuten zu spielen und die Anspannung in der längst überkochenden Atmosphäre der Ernst-Grube-Halle war riesig und führte auf beiden Seiten zu einem technischen Ballverlust. Die Anzeigetafel zeigt 31:31 und eine Spielzeit von 29:41 (2) als Co-Trainer Andreas Tietze die Grüne Karte auf den Tisch des Kampfgerichtes legt.
Nach Wiederaufnahme des Spieles ist die HSG natürlich in Ballbesitz, die Sekunden verrinnen und in der Vorletzten des Spieles steigt Jiri Tancos in die Luft und hämmert den Ball in den Leipziger Kasten – TOR!!! ABPFIFF !!! und SIEG!!!
Die HSG Freiberg bezwingt in einem Handballkrimi den Staffelfavoriten und siegt nach über drei Jahren mit fünf Niederlagen endlich wieder einmal gegen den LVB.
Trotz des Sieges bleiben die Tabellenplätze auf Grund der Torverhältnisse unverändert. Aber insgesamt ist das Spitzenfeld enger zusammengerückt und könnte nach den nächsten Begegnungen (Erster gegen Dritten und Vierter gegen Zweiten) ordentlich durchgewirbelt werden. Die Liga ist und bleibt spannend und wir hoffen, dass die großartige Unterstützung unseres echten „Hexenkessels EGH“ so erhalten bleibt und vielleicht auch noch mehr in die Auswärtspartien mitgenommen werden kann.
Statistik: HSG Freiberg: Marek (1.-14. Min.), Vogel (15.-60. Min.); Tancos (8), Neubert (6/1). Weigner (5), Vit (3), Lange (3), Einenkel (2/2), Steinfeld (5), Schettler, Randt
Zeitstrafen: HSG 6 Min. ; LVB 14 Min.
Siebenmeter: HSG 4/3 ; LVB 6/5
Schiedsrichter: Neumann / Schellbach (ThSV Eisenach)
Zuschauer: ausverkauft