1.Männer:
Auch nach sensationellem Saisonstart bleibt Ziel der Klassenerhalt
SG LVB - Coach Jens Große: "Dritte Liga das Maximale"
SG LVB - Trainer Jens Große zeigt zwar die vier, will aber in Liga drei bleiben. Der Zweitklassigkeit erteilt er eine Absage. Foto: Martin Glass
22.09.11 von Norbert Töpfer (LVZ).
Die Handballer der SG LVB haben als Neuling mit zwei Siegen und einem Remis fast einen Traumstart hingelegt. Und Trainer Jens Große redet trotzdem weiter nur über das Ziel Klassenerhalt in Liga drei.
Frage: Fünf Punkte aus drei Spielen, denken Sie im Klub über eine neue Zielstellung nach?
Jens Große: Nein. Der Klassenerhalt hat oberste Priorität. Unser Saisonstart war sensationell. Das hat uns niemand zugetraut. Wir wollen endlich mal die dritte Liga halten.
Wie erklären Sie sich die Leistungssteigerung?
Es ist viel Aufstiegseuphorie dabei. Wir hatten eine gute Vorbereitung, in der wir nur ein Spiel knapp gegen den SC DHfK verloren haben. Das hat uns zusätzliches Selbstvertrauen gebracht.
Nur Selbstvertrauen reicht nicht, um drin zu bleiben?
Wir sind eine gut eingespielte Drittliga-Mannschaft, die verstärkt wurde und sich verbessert hat. Ich denke da an unseren klasse Innenblock mit den Zugängen Tommi Sillanpää und Oliver Wendlandt oder den Rückraum mit Krzysztof Zart und Jacob Fritsch. Die Außen sind stark und Max Berthold hat als Regisseur an Erfahrung gewonnen. Zudem haben wir drei starke Torhüter.
Apropos Keeper, sind drei nicht ein bisschen viel?
In unserer Situation nicht. Sebastian Schulz ist ausgeliehen vom SC DHfK. Wenn Trainer Uwe Jungandreas ihn braucht, müssen wir ihn abgeben.
Nach dem Superstart könnte Ihr Team die nächsten Gegner unterschätzen?
Das wird nicht passieren. Jetzt müssen wir bei den Pflichtaufgaben gegen Mannschaften punkten, die mit uns auf Augenhöhe stehen.
Wenn die SG LVB weiter für Furore sorgt, könnte es passieren, dass andere Klubs Ihre Spieler weglocken...
Das ist normal. Wer erfolgreich ist, muss damit rechnen. Wenn jemand bei uns unglücklich ist und sich verbessern will, werden wir ihm keine Steine in den Weg legen.
Gilt das auch, wenn der SC DHfK einen Mann von LVB will?
Das muss letztlich der Spieler für sich entscheiden. Ich kann mir aber im Augenblick nicht vorstellen, dass uns jemand verlassen will.
Wo hat das Team noch Schwächen?
Wir spielen die Partien nicht konstant durch. Oft leisten wir uns fünf bis zehn schwache Minuten, in denen wir einfachste Fehler machen. Und auswärts müssen wir noch aggressiver auftreten. Das ist reine Kopfsache. Die Bedingungen dafür sind jetzt günstig. Mit 5:1 Punkten im Rücken können wir in fremden Hallen lockerer auftreten, ohne natürlich den Gegner zu unterschätzen.
Was wäre möglich, wenn Ihre Mannschaft wie einige andere Drittliga-Teams unter Profi-Bedingungen trainieren würde?
Diese Frage stellt sich uns nicht. Wir werden weiter als reine Amateure Handball spielen. Bei uns gehen alle arbeiten. Wir haben das Geld nicht. Für uns ist die dritte Liga das Maximale.
Warum konnte LVB solche Profiteams wie Aue und Dessau-Roßlau schlagen?
Zuhause werden wir auch von den Fans getragen. Die Gegner hat uns an diesen Tagen einfach die Chance geboten und wir haben zugeschlagen. Nach diesen überraschenden Siegen wird es nun nicht einfacher für uns. Mit Sicherheit wird uns kein Gegner mehr unterschätzen.
Interview: Norbert Töpfer in der Leipziger Volkszeitung vom 22.09.2011, Seite 25
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