25.10.09 von Martin Glass.
Die Handballer der SG LVB haben ihr Auswärtsspiel am Sonntagnachmittag beim TSV Friedberg mit 27:37 (11:17) verloren. Damit rangieren die Regionalliga-Aufsteiger punktgleich mit 4:10 Zählern auf Rang 15 mit dem nächsten Gegner TSV Deizisau und der SG Kronau/Östringen II, die jedoch beide ein besseres Torekonto aufzuweisen haben.
Die Gäste starteten in einer offensiven 4:2-Abwehrformation in die Partie, um die beiden Hauptprotagonisten im Friedberger Rückraum aus dem Spiel zu nehmen. Dieses Konzept ging bis zur 20.Minute (7:7) auf, doch plötzlich schlichen sich wieder vermehrt technische Regelfehler im Spiel der Leipziger ein. Die Gastgeber konnten sich bis zur Pause bis auf 11:17 absetzen.
„Insgesamt 19 technische Regelfehler haben uns, wie schon in der letzten Woche, das Genick gebrochen“, so LVB-Trainer Jens Große. Auch nach der Pause hielt sich die Fehlerquote konstant hoch, wodurch der Gegner regelrecht zu schnellen Kontern und einfachen Toren eingeladen wurde. „Die Mannschaft kann mithalten – doch diese Leistung können wir im Moment im Punktspiel einfach nicht abrufen. Wir machen es den Gegnern einfach zu leicht“, fügt der 37-jährige Übungsleiter hinzu.
Einziger Lichtblick des Abends war die gute Leistung der Torhüter Frank Herrmann und Stefan Claus. Sie hielten 26 Bälle, darunter einige Siebenmeter. „Ansonsten hätte es eine noch größere Klatsche gegeben“, resümiert Co-Trainer Torsten Löther. Auch die Schiedsrichter hätten die Partie sehr gut und fair geleitet.
LVB: Herrmann (TH, 1.-40.Min.), Claus (TH, 41.-60.Min.); Lorenz-Tietz 5, Wagner 5, Kunz 4, Trodler 4, Kostulski 2, Bödemann 2, Steinbeck 2, Grießbach 1, Berthold 1, Höhne (nicht eingesetzt)
Benjamin Schwair auf der Website des TSV Friedberg (tsvfriedberg-handball.de), 25.10.2009:Ungefährdeter 37:27 Heimsieg gegen LeipzigDer Friedberger Triumphmarsch geht weiter: Beim 37:27 (17:11) Heimsieg gegen die LVB Leipzig begeisterten die Handballer ihr Publikum wieder mit einer großartigen Leistung und setzen sich langsam im Vorderfeld der Regionalligatabelle fest. Die Herzogstädter mischen momentan die ganze Liga auf und liegen immer noch mit großem Abstand vor den Abstiegsrängen.
Schon wieder musste Abteilungsleiter Jens Ganzenmüller vor dem Anpfiff über das Hallenmikrophon die Zuschauer in der TSV- Halle auffordern, doch bitte zusammenzurücken, um noch mehr Platz zu schaffen für die vielen Fans, die den Auftritt der Handballer ebenfalls verfolgen wollten. Nicht erst seit seinem sensationellen Vormarsch auf den dritten Platz der Regionalliga ist der TSV in der Herzogstadt ein wahrer Publikumsmagnet.
Gegen den LVB Leipzig knüpften die Handballer in den ersten sechs Minuten nahtlos an ihre phantastischen Leistungen aus den letzten Spielen an. Die Sachsen wurden anfangs förmlich überrollt von der Friedberger Angriffsmaschine und lagen schnell mit 5:2 zurück. Sollte der Friedberger Höhenflug einfach so weitergehen, sollte auch der Tabellenvierzehnte keine Chance haben gegen die entfesselten Herzogstädter?
Doch bereits nach knapp zehn Minuten legte sich die Euphorie in der Halle etwas. Dies hatte zwei Gründe: Zum einen vergaben die Friedberger drei Konter in Folge und verpassten so das 7:3, zum anderen stellten die Gäste ihre Abwehr um und deckten Jo Luderschmid und Manuel Moreno kurz, was die Gastgeber in ihrem Elan spürbar bremste.
Die Herzogstädter brauchten einige Zeit, um sich auf diese Deckungsformation einzustellen. Leipzig kam zum Ausgleich, aber das 7:7 hatte nicht lange Bestand. Friedberg kam nach 16 Minuten wieder besser in die Partie, der zweikampfstarke und schnelle Max Segmüller auf Linksaußen nutzte die Lücken in der weit herausgerückten gegnerischen Abwehr gut. So stand es nach 23 Minuten wieder 12:9 für die Heimmannschaft. Und Friedberg hatte jetzt seine altbekannte Stärke wiedergefunden: Die Handballer bauten ihren Vorsprung durch eine großartige Abwehrleistung immer weiter aus. Leipzig scheiterte immer wieder am überragenden Michael Luderschmid im Friedberger Kasten, der TSV dominierte nun das Spiel und führte wenige Minuten vor der Pause mit 15:9. Bis zum Seitenwechsel hielten die Gastgeber den Vorsprung, beim Stand von 17:11 gingen beide Teams in die Kabinen.
Und Friedberg legte gleich wieder los wie die Feuerwehr. Von Trainer Hartmut Mayerhoffer in der Pause sehr gut auf die weiterhin sehr offensive Deckung der Gäste eingestellt, brillierten die Handballer in der Folge mit wunderschönen Kombinationen. Leipzig hatte in den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit kaum eine Chance. Michael Luderschmid im Tor hielt weiterhin großartig, die Abwehr stand bombensicher. Friedberg, welches bislang mit die meisten Gegentore in der gesamten Regionalliga kassiert hatte, stand nach dem Zwischenstand von 25:15 nach 40 Minuten vor einem weiteren großen Erfolg.
Leipzig kam nicht mehr an die Herzogstädter heran. Der Mannschaft aus Sachsen fehlten die Mittel, um gegen die aufmerksam verteidigende und im Angriff blitzschnell agierende Mannschaft der Gastgeber zu bestehen. Das Spiel schien bereits in der Mitte der zweiten Hälfte entscheiden, der TSV führte mit zehn Treffern Vorsprung.
Die Leipziger gaben sich aber nicht auf. Ihre harte Gangart führte dazu, dass die Herzogstädter in der Schlussphase ein wenig die Konsequenz verloren und die Gäste bis auf 31:24 heran kommen ließen. Doch dieser kurze Zwischenspurt änderte nichts an der Friedberger Dominanz: Der TSV war in keinem Augenblick der Partie in Gefahr, seinen deutlichen Vorsprung noch einmal herzugeben. Die Mannschaft hat jetzt auch die nötige Portion Cleverness und Nervenstärke, um in solchen Situationen eine aussichtsreiche Begegnung auch herunterzuspielen und den hohen Vorsprung nicht mehr herzugeben.
So feierte die ganze Halle schon vor dem Abpfiff ihre Friedberger Helden, die einem ungefährdetem Erfolg zustrebten.
Der 37:27 (17:11) Heimsieg nach 60 Minuten war schließlich hoch verdient. Friedberg dominierte die Partie bis auf eine kurze Phase zwischen der zehnten und sechzehnten Minute klar. Damit geht der Höhenflug des TSV weiter. Immer mehr Punkte bringen die Handballer zwischen sich und dem zehnten Rang, dem erklärten Friedberger Saisonziel. „Wir leben hier gerade unseren Traum“, sagte Friedbergs Trainer Hartmut Mayerhoffer. „Wer mir einen solch phantastischen Saisonstart mit mittlerweile 11:3 Punkten prophezeit hätte, den hätte ich kurzerhand für verrückt erklärt. Das ist ein saugeiles Gefühl, und meine Mannschaft und ich werden jede Minute davon genießen. Aber schon nächste Woche wartet eine weitere schwere Aufgabe auf uns, das dürfen wir trotz unseres Sieges niemals vergessen.“
Es spielten: M. Luderschmid; Seiler; Moreno (8); Rieber (1); Weiß (7/1); Zott (1); Segmüller (1); Grobe (2); J. Luderschmid (8/2); Link; Triltsch; Scheiber (3/2); Wagenpfeil (6/2).