03.09.09 von Matthias Roth (LVZ-Online).
Die Handballer von Regionalligist LVB Leipzig gehen ehrgeizig in die neue Saison. Platz acht hat der Verein als Saisonziel ausgegeben. "Mindestens wollen wir aber unter die ersten zehn kommen", sagte Manager Jens-Dirk Schöne am Mittwochabend zum offiziellen Saisonauftakt vor Vereinsmitgliedern und Sponsoren im Penta-Hotel.
Mit diesem Ergebnis würde sich der Aufsteiger für die neue dritte Liga Ost qualifizieren. Davor stehen aber 30 Spieltage und 13.432 Kilometer im Bus zu 14 Auswärtsspielen nach Süddeutschland und einem Ostderby nach Pirna.
Die Strapazen wollen die Gelb-Blauen mit einem 17 Mann starken Kader meistern. "Teamgeist und Geschlossenheit sind unser Erfolgsrezept", erklärte Schöne. Deshalb habe sich das Gesicht der Mannschaft im Vergleich zum Vorjahr nur auf drei Positionen verändert. Neu im Team sind die beiden ehemaligen Delitzscher Georg Eulitz (Rechtsaußen) und Manuel Röttig (Tor) sowie Danny Trodler vom Lokalrivalen SC DHfK. Schöne sah keinen Grund für weitere Veränderungen. Schließlich sei LVB nur mit drei Minuspunkten Oberligameister geworden, das beste Ergebnis aller sächsischen Titelträger in den vergangenen zehn Jahren.
Trainer Jens Große gibt sich trotzdem bescheiden. "Das wird zum Auftakt gleich ganz schwer", so der Coach. Das erste Spiel müssen die Leipziger auswärts in Konstanz austragen. Der Vorjahreselfte vom Bodensee hat kräftig aufgerüstet und sechs neue Spieler geholt. Damit gehört das Team zum Kreis der Aufstiegskandidaten. Fehlen werden in Süddeutschland der Langzeitverletzte Thomas Schmidt und Ben Langenberg mit einem Bizepssehnenankerabriss. Ein Fragezeichen steht auch hinter dem Einsatz von Spielmacher Max Berthold. Der 21-Jährige wurde gerade am Blinddarm operiert.
In die zweite Liga will auch ein Team aus Sachsen. Der ESV Lok Pirna plant den großen Schlag. „Es bringt nichts, um den heißen Brei zu reden, wir wollen in die zweite Bundesliga aufsteigen, peilen also Platz eins an“, verkündete Trainer Norman Rentsch unlängst. Dafür wurde der Tabellenfünfte der vergangenen Saison umgekrempelt.
Spektakulärster Neuzugang: Petr Hazl. Der 37-Jährige kommt vom Zweitligisten ASV Hamm, bringt Erfahrung als 127-facher tschechischer Nationalspieler und aus seiner Erstligazeit in Melsungen oder Nettelstedt mit. Derzeit befindet er sich nach einem Kreuzbandriss im Februar noch in der Reha, Ende September soll er einsatzfährig sein. Auch vom ehemaligen lettischen Auswahlspieler Valdis Gutmanis (zuletzt Aue) erwartet man einiges. Dazu kommen die Torhüter Lydek Kylisek (Lovosice) und Jan Resimius (SC DHfK) sowie die Feldspieler Kilian Kraft (Bernburg) und Jörg Reimann (Potsdam).
Die ersten Heimpunkte will die LVB-Sieben am 20. September gegen die SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen in der Brüderstraße holen. Anwurf ist um 16 Uhr. Bis auf das letzte Heimspiel am 24. April um 10 Uhr, werden auch alle weiteren Partien in Leipzig jeweils am Sonntagnachmittag angepfiffen. "Die Spielzeit am Sonntag um 11 Uhr hat sich nicht bewährt", meint Manager Schöne.
Mit dem neuen Termin will der Regionalligist mehr Zuschauer in die Halle locken und den Schnitt von 350 Fans steigern. Dafür hat sich die Mannschaft gemeinsam mit Pressesprecher Martin Glass eine besondere Aktion ausgedacht. Neben Vereinsmitgliedern, LVB-Kunden und Mitarbeiter von Sponsoren, wollen sie ein junges Publikum aus der Südvorstadt anlocken.
Eine Postkartenkampagne in Kneipenaufstellern soll für Aufmerksamkeit sorgen. Dafür hat sich das Team Sprüche wie: "Jung, schnell, sexy - hast Du Lust" ausgedacht. Auf der Rückseite finden die potentiellen Neufans dann alle Informationen zu den nächsten Spieltagen.
Multimedia:
Video: Beitrag von LEIPZIG FERNSEHEN zur Saisoneröffnung