Leitete erst gekonnt Regie, musste aber später nach einem unglücklichen Foul berechtigt vom Feld: LVB-Kapitän Max Berthold. Foto: Martin Glass
27.03.11 von Martin Glass.
Leipzig. Die Handballer der SG LVB haben das Top-Spiel der Mitteldeutschen Oberliga gegen die HSG Freiberg mit 25:24 (12:11) gewonnen. Rund 700 Zuschauern in einer stimmungsvollen Sporthalle Brüderstraße sahen eine spannende Partie des Tabellenführers gegen seinen direkten Verfolger auf Spitzenniveau.
"Wir sind an den heutigen Emotionen nicht gescheitert und haben trotz früher Ausfälle die Nerven behalten", freut sich LVB-Coach Jens Große.
Das Duell der beiden sächsischen Rivalen hielt alles, was im Vorfeld erwartet wurde: Volles Tempo von Beginn an und kämpferische Zweikämpfe, aber auch Respekt und Fair Play. Leipzig konnte sich nach 10 Minuten mit 5:3 absetzten, was Freiberg kurze Zeit später wieder zum Ausgleich relativierte (5:5, 15.Min.). Die LVB-Fans mussten kurz den Atem anhalten, als LVB-Rückraumspieler Krzysztof Zart mit einer Verletzung ausgewechselt werden musste und nicht mehr auf der Platte zurück kehren konnte. Für ihn kam Felix Randt auf Rückraum Links, gleichzeitig tauschte Trainer Große Manuel Röttig gegen den bisher glücklosen Frank Herrmann im Tor.
Dies stellte sich als Glücksgriff des Tages heraus: Röttig hielt zahlreiche Bälle, darunter mehrere Siebenmeter. "Manu war mit seinen Paraden heute ein Garant für den Sieg. Er ist im Training immer einer der Fleißigsten, heute konnte er auch seine Nervosität im Spiel abschalten", lobt Große. Gelungenes Kombinationsspiel und die nötige Kampfbereitschaft komplettierten die gute Leistung von LVB. Trotzdem konnte sich kein Team bis zum Halbzeitstand von 12:11 merklich absetzen.
Die Partie der LVB-Handballer gegen Freiberg sehen Sie noch einmal auf Sachsens neuem regionalem Sportsender 8Sport. Moderiert wird das Spiel von Andreas Viereckl und LVB-Spieler Philipp Grießbach. Mehr zu 8Sport finden sie auf www.8sport.de!
Spielausschnitt zum Reinschnuppern:
Sendezeiten: Mittwoch, der 30. März um 20 Uhr als "Spiel des Tages" - Donnerstag, der 31. März um 18.15 Uhr - Freitag, der 01. April um 20 Uhr als "Spiel des Tages"
Nach der Pause ging es spannend weiter: Leipzig zog über 15:13 zum 17:14 davon. Vor allem LVB-Topscorer Sascha Meiner behielt in dieser Phase die Nerven und verwandelte drei Siebenmeter, einen davon im Nachwurf. Durch Zeitstrafen für die Hausherren kam Freiberg wieder bis auf 18:18 (43. Minute) heran. Doch LVB ließ dies nicht auf sich sitzen und ging durch einen schönen Kempatrick von Sascha Meiner auf Linkshänder Jacob Fritsch zum 20:19 in Führung. Es folgte die nächste Schrecksekunde für Leipzig: Kapitän Max Berthold foulte einen Gegenspieler im Wurf unglücklich hart, sodass er völlig berechtigt von den beiden guten und unauffälligen Unparteiischen mit einer roten Karte auf die Tribübe geschickt wurde. Nach dem Ausfall des Spielmachers übernahm Sascha Meiner die Regie.
Jens Große war nun auf seine zweite Reihe angewiesen: "Wir haben auf der Mitte und auf dem linken Flügel nach den Ausfällen nicht mit Stammbesetzung gespielt. Doch die Jungs haben das super gemeistert." Trotzdem kam Freiberg schnell wieder heran und zog sogar auf 21:23 (53.Min.) davon. Doch zahlreiche LVB-Fans und die rund 120 Schlachtenbummler aus der Bergstadt sahen eine aufopferungsvolle LVB-Mannschaft, die zuerst in der 55.Minute ausglich (23:23) und schließlich mit 25:23 davon zog. Freiberg stellte auf Manndeckung um, doch mehr als das Anschlusstor zum 25:24-Endstand sprang nicht mehr heraus und grenzenloser Jubel füllte die Sporthalle Brüderstraße.
Sowohl LVB-Coach Jens Große als auch sein Gegenüber Andreas Tietze (Co von Spielertrainer Jirí Tancos) lobten beide Teams nach der Partie für das hohe Spielniveau. "Natürlich sitzt die Enttäuschung so kurz nach dem Spiel tief. Doch wir werden uns wieder fangen und wollen den zweiten Tabellenplatz in den letzten Spielen verteidigen", so Tietze. Beide Mannschaften haben erst einmal ein Wochenende frei, ehe es in zwei Wochen weiter geht. Das Team von Jens Große kann dann die Mitteldeutsche Meisterschaft und einen eventuellen Aufstieg perfekt machen. "Als nächstes gehts nach Apolda und dann zu Hause gegen Wolfen. Heute freuen wir uns natürlich über den Sieg. Doch es stehen noch richtig schwierige Partien vor uns.", so der Übungsleiter.
Sein Team hat nun fünf Punkte Vorsprung gegenüber den Verfolgern Freiberg und Dresden. Bad Blankenburg hat durch einen 27:27-Sieg gegen Apolda den Abstand von vier Zähler auf die Leipziger gehalten. Das Match gegen Apolda steigt am 09.04. auswärts, Wolfen wird am 16.04. um 19.30 Uhr daheim empfangen.
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