1.Männer:
LVB-Handballer sind in der Regionalliga Süd als Neuling Außenseiter
Eingespielte Truppe nimmt Kraftakt auf sich
Trainer Jens Große im Pokalspiel gegen Willstätt. Mit vollem Einsatz soll sich der Erfolg in der Regionalliga einstellen. Foto: Martin Glass
08.09.09 von Frank Schober (LVZ).
Mit der weitesten Reise der gesamten Saison (650 Kilometer) starten die Handballer der SG LVB am Sonnabend (20 Uhr) bei der HSG Konstanz in das Abenteuer Regionalliga Süd. LVB- und DHfK-Handballer treten zwar in verschiedenen Ligen an, werden sich aber alles Gute wünschen und gegenseitig aufmerksam verfolgen.
Man kennt sich, schätzt sich und kann ganz gut miteinander – an verschiedenen Fronten. LVB- und DHfK-Handballer treten zwar in verschiedenen Ligen an, werden sich aber alles Gute wünschen und gegenseitig aufmerksam verfolgen.
„Wir sollten auch darüber nachdenken, ob man sich nicht zusammenschließt“, sagte LVB-Trainer Jens Große bei einem Besuch in der LVZ-Sportredaktion. „Wenn nicht, laufen wir Gefahr, dass wir abwechselnd zu Fahrstuhlmannschaften in der Regionalliga werden und beide nicht grundsätzlich vorankommen.“ Der 37-jährige Coach, der seine Mannschaft im Frühjahr souverän in die dritte Liga führte und auch den Landespokal gewann, verweist als warnendes Beispiel auf den Leipziger Fußball. „Diese Verhältnisse brauchen wir auf Dauer nicht. Ich begrüße das Projekt RB sehr.“ Dass Red Bull auch im Männer-Handball einsteigt, ist eher nicht zu erwarten. Also
solle man darüber nachdenken, wie man gemeinsam aus der Misere herauskommen könnte.
Doch Große – Vater von 18 Monate alten Zwillingen – ist Trainer und daher in erster Linie dafür verantwortlich, dass sein LVB-Team den Klassenerhalt in der Regionalliga schafft. Das wird schwer genug, mindestens Zehnter muss man werden, um nicht abzusteigen. Der Start sei wichtig. Die weite Anreise nach Konstanz wird gesplittet, das Team übernachtet bei etwa der Hälfte und absolviert am Sonnabendvormittag ein Training.
Die Punkte zum Klassenerhalt sollen vor allem zu Hause geholt werden. „Vor hoffentlich vielen Zuschauern“, sagt Große. Sechs Euro (ermäßigt drei) beträgt der Eintrittspreis. Sonderlich einladend ist die Spielstätte nicht mehr, an der Sporthalle Brüderstraße nagt der Zahn der Zeit. „Vor allem die sanitären Anlagen sind eigentlich unzumutbar“, stöhnt Jens-Dirk Schöne, Geschäftsführer der Neue Linie GmbH. Man habe daher vorgeschlagen, die Toiletten mit eigenen Mitteln zu erneuern. Doch das Sportamt lehnte mit Verweis auf die bevorstehende Rekonstruktion der Halle ab. 4000 Euro pro Jahr sind an Miete für die verschiedenen Trainingshallen zu zahlen. Dass der Nachwuchs in Leipzig generell kostenlos üben darf, rechnen die LVB-Verantwortlichen der Stadt hoch an.
Der Saison-Etat des Regionalligisten liegt bei 120 000 Euro – viele Gegner verfügen über das doppelte Budget. Die knappe Kasse ist nur ein Grund, warum LVB mit nur drei Neuverpflichtungen und ohne Ausländer startet. Vor allem aber sollte die homogene und eingespielte Truppe nicht auseinandergerissen werden. Doch die Leipziger werden es schwer haben. „Die meisten starken Teams aus der Bundesliga sind im Norden zu Hause, doch ab der zweiten Liga verlagert sich das Kräfteverhältnis in den Süden“, so Große, der mit seinem Team in der Oberliga einen Durchmarsch hinlegte und als LVB-Trainer seit elf Monaten ungeschlagen ist. Ambitioniert ist neben vielen bayrischen Teams auch Lok Pirna, das den Letten Gutmanis verpflichtete, den Zweitligist Aue nicht mehr bezahlen konnte.
Nachdem das Team zuletzt unter HSC auftrat, kehrt man zum traditionellen Namen SG LVB zurück. Richtig glücklich waren mit dem Kompromiss HSC die wenigsten im Verein, doch bei der Fusion mit dem SCL 03 „haben wir diese Kröte geschluckt“, so Jens-Dirk Schöne. Die Kooperationsvereinbarung mit dem SCL sei ausgelaufen, so dass der ungeliebte Name abgelegt werden konnte.
Leipziger Volkszeitung vom 08.09.09, Seite 25
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