1.Männer:
HB-Bundesligist Melsungen tritt im Pokal bei der SG LVB an – und bringt Respekt mit
23.09.09 von Winfried Wächter (LVZ).
Leipzig/Melsungen. Seit dieser Saison ist Ryan Zinglersen (47) Trainer der Melsunger Bundesliga-Handballer. Heute tritt der Däne mit seiner Mannschaft in der zweiten Runde des DHB-Pokals in Leipzig gegen den Regionalligisten SG LVB an (Anwurf 19.30 Uhr, Sporthalle Brüderstraße). Zinglersen war zuvor mehrere Jahre Trainer von Frauen-Mannschaften.
Frage: Worin besteht der Unterschied im Handball zwischen Frauen und Männern?Ryan Zinglersen: Frauen arbeiten knüppelhart, um besser zu werden. Männer glauben, dass sie es schon sind.
Das klingt so, als ob die Arbeit mit Frauen für einen Trainer dankbarer wäre. Warum haben Sie dann jetzt mit dem MT Melsungen ein Männer-Team übernommen?Ich habe schon vorher Männer betreut, unter anderem Viborg von der dritten in die erste dänische Liga geführt. Doch dann kamen Angebote von Frauen-Mannschaften, und die habe ich angenommen. Unter anderem von Hypo Niederösterreich, als Sie auch gegen den HC Leipzig spielten.
Was wissen Sie vom Leipziger Männer-Handball?Ich habe ein Video gesehen, das unseren Pokal-Gegner LVB in einem Vorbereitungsspiel zeigt. Wir wissen, dass sie die ersten beiden Partien in der Regionalliga verloren und personelle Probleme haben. Unter anderem fehlt ihnen ein wichtiger Spieler im mittleren Rückraum.
Er heißt Max Berthold und ist nach seiner Blinddarm-OP noch nicht einsatzfähig. Aber auch mit ihm ist der klare Sieg für Ihre Mannschaft doch Pflicht?Wissen Sie, ich mag solche Pokal-Spiele. Sie sind gut für den Handball, weil auch die kleineren Vereine ihren Fans einen namhaften Gegner präsentieren können. Wenn der namhafte Gegner aber glaubt, er kommt und gewinnt einfach hoch mal so mit 20 Toren Unterschied, das geht nicht. Wir werden ganz bestimmt mit dem nötigen Ernst das Spiel bestreiten, denn wir können nur verlieren.
Aber doch nicht gegen einen Drittligisten!Es geht dabei nicht um das Ergebnis allein, sondern auch darum, wie man sich präsentiert. Da muss man schon mit dem nötigen Respekt ins Spiel gehen. Ihre Auftakt-Resultate in der Bundesliga waren wenig berauschend. Gegen Kiel und Hamburg setzte es mit 25:35 beziehungsweise 26:38 gehörige Pleiten. So hoch habe ich vorher als Trainer noch nie verloren. Um so wichtiger war der anschließende 28:25-Heimsieg gegen Balingen. Dabei hat sich leider unser Rechtsaußen Savas Karipidis schwer verletzt und wird durch seinen Wadenbeinbruch längere Zeit fehlen.
Wie groß sind die Unterschiede zwischen Bundesliga, zweiter Liga und Regionalliga?Sie sind schon sehr groß, vor allem was die Physis und die Schnelligkeit des Spiels angeht. In der Bundesliga muss man körperlich topfit sein und auch entsprechende Alternativen haben, um wechseln zu können. Die Belastung wird für die Akteure sonst zu groß, wenn schnell gespielt werden soll.
Ist das schnelle Spiel ein Markenzeichen des dänischen Handballs? Ihr Landsmann, HCL-Trainer Heine Jensen, setzt auch darauf.Das versuchen alle, aber wir Dänen vielleicht besonders. Ich bin in unserem Verband für die Trainerausbildung zuständig und kann daher sagen, dass wir sehr großen Wert darauf legen. Die dänische Männer-Nationalmannschaft hat auch deshalb zuletzt sehr gute Resultate erzielt. Außerdem sind wir immer im Dialog mit der Mannschaft und wollen mit neuen Ideen ins Spiel gehen.
Welche Idee ist Ihnen für das Spiel gegen die SG LVB gekommen?Sie werden doch nicht erwarten, dass ich sie Ihnen jetzt mitteile.
vom 23.09.2009, Seite 27
Weiterführende Links:
» Alles zum Spiel gegen die MT Melsungen» LIVE-Übertragung der Leutzscher Welle