11.09.11 von Martin Glass.
Als Aufsteiger sorgen die SG LVB-Handballer weiter für Furore in der 3.Liga Ost. Nach dem Überraschungssieg gegen Dessau letzte Woche erkämpften sich die Blau-Gelben auswärts beim HC Aschersleben mit 31:31 einen verdienten Zähler. "3 zu 1 Punkte gegen zwei Zweitliga-Absteiger zum Saisonstart - das hätte uns vorher keiner zugetraut", freut sich LVB-Coach Jens Große.
Die Leipziger, ohne den Verletzten Sascha Meiner (Bänderdehnung im Fuß) sowie Christoph Sickora und Jan Kostulski (beide 2. Mannschaft) zum Auswärtsspiel gefahren, tasteten sich langsam in die Partie (3:3). Nach einer kurzen Führung der Gastgeber beim 6:4, glichen Fritsch aus dem Rückraum und Kunz zum 6:6 aus. Beide Teams agierten nervös, was zu unnötigen Ballverlusten führte. Aufgrund der deutlich sichbaren besseren Eingespieltheit in ihren Reihen übernahmen die Messestädter jedoch immer mehr die Kontrolle über das Spiel und gingen verdient mit 9:12 in Führung. Torhüter Sebastian Schulz vereitelte einige Großchancen der Ascherslebener, sodass der Abstand bis zum Pausenstand von 13:16 gehalten werden konnte.
Max Berthold führte als Kapitän wieder Regie im Angriffsspiel der LVB-Handballer.
Nach Wiederanpfif hielt das Kräfteverhältnis zunächst, ehe die Partie aggressiver und ruppiger wurde. Schuld daran hatte eine unglückliche Szene des Chilenen Emil Feuchtmann, der beim Konter-Tor zum 17:20 in der Luft, aber innerhalb des Torraums, mit LVB-Keeper Sebastian Schulz zusammenstieß und sich an der Hand verletzte und nicht mehr zum Einsatz kam. Die Gemüter bei den Fans erhitzten sich, was Einwirkungen auf das Spiel hatte, denn beide Teams lieferten sich nun einen harten Fight mit vielen Fouls.
Aschersleben kam schnell auf 19:20 heran. Leipzig spielte nach Zeitstrafen gegen die beiden Mittelblocker Wendlandt und Sillanpää in 4:6-Unterzahl, in welcher die Gäste aber überraschend durch Fritsch und Zart auf 20:23 wieder enteilen konnten. Die folgenden Fehlwürfe der LVB-Akteure (Konter daneben, Pfostenschuss) schienen die Anhaltiner noch einmal zu motivieren, denn sie glichen 12 Minuten vor Ultimo zum 24:24 aus.
Drosch das Leder mehrmals in kritischen Situationen in die Maschen: Rückraumspieler Jacob Fritsch.
Die 300 Zuschauer – die Ballhaus-Arena war bei weitem nicht ausverkauft – sahen nun eine Schlussphase, bei der sich beide Teams ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten (26:26, 51. Minute). Beim 27:29 durch Daniel Kunz schienen die Leipziger den entscheidenden Schritt zum Sieg gemacht zu haben. Doch die zweite Zeitstrafe für Abwehr-Hüne Wendlandt, der noch bis vergangenen Dienstag aufgrund von Magen-Darm-Problemen im Krankenhaus lag und in Aschersleben für sein Team aufs Zahnfleisch biss, und ein Stürmerfoul gegen Zart ließen die Gastgeber wieder auf 29:29 ankommen.
Nun versuchten es die Messestädter mit Gewalt: Fritsch vollendete nach zuvor frei Abprallern in einem Angriff beim vierten Versuch, Wagner konterte nach erneutem Ballgewinn zum 29:31. Doch 90 Sekunden vor dem Abpfiff kamen die Ascherslebener auf 30:31 heran, anschließend pfiffen die beiden Unparteiischen erneut Stürmerfoul gegen Zart. Den Gegenangriff hält LVB-Keeper Röttig, der mittlerweile für Schulz im Kasten stand.
Daniel Kunz kommt mit seiner neuen Position auf der Deckungsspitze immer besser zurecht und schoss mehrere Kontertore.In den letzten 30 Sekunden überschlugen sich die Ereignisse. Erst pfiff das Kampfgericht einen vermeindlichen Wechselfehler gegen die Leipziger, dessen Konsequenz – eine Zeitstrafe gegen Fritsch - sie unter lautem Protest hinnehmen mussten. Im letzten verbleibenden Angriff gingen die Gastgeber aggressiv in die Zweikämpfe, wobei Wagner fünf Sekunden vor Schluss – wieder unter Protesten – mit einer weiteren Zeitstrafe belegt wurde. Mit dem Endsignal pfiffen die beiden Unparteiischen ein Foul gegen Leipzig und zeigten auf den Siebenmeterpunkt. Kommoß verwandelte den fünten seiner fünf Strafwürfe gegen Röttig und glich somit zum Endstand von 31:31 aus.
Nach dem Spiel herrschte geteilte Stimmung in den Reihen der SG LVB. LVB-Coach Jens Große zeigte sich zufrieden: „Wir sind heute hervorragend aufgetreten, vor allem in der ersten Hälfte. Für mich ist das heute ein gewonnener Punkt und kein verlorener. Wir sollten uns freuen, denn wir können mit diesem Saisonstart überaus zufrieden sein.“
Vor allem in Hälfte zwei war viel Kampf angesagt, wie hier bei Rechtsaußen Jan Höhne.
Torjäger Krzysztof Zart indes haderte mit den eigenen Möglichkeiten. „Nach dem Spielverlauf hätten wir die beiden Punkte mit nach Hause bringen müssen. Wir lagen einige Male mit mehreren Toren in Führung, haben den Sack aber nicht zugemacht. Das ist schade, auch wenn die Gesamtsituation nach zwei Spielen natürlich sehr gut ist.“
„Alligators“-Trainer Ronny Liesche zeigte sich erfreut: „Heute war ein glücklicher Punktgewinn für uns. Wir haben teilweise zu viele Fehler gemacht, vor allem in den zahlreichen Überzahlsituationen. Doch ich denke, die Zuschauer haben heute eine sehr kämpferische Partie gesehen und sind auf ihre Kosten gekommen.“
LVB-Coach Jens Große war nach dem Spiel sehr zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft.
Während die Anhaltiner schon am nächsten Samstag daheim gegen die HSG Pohlheim antreten, steigt bei der SG LVB das Sachsenderby gegen den EHV Aue, einen weiteren Zweitliga-Absteiger. Anpfiff ist am nächsten Sonntag (18.09.) um 14 Uhr in der Sporthalle Brüderstraße Leipzig. Im Vorspiel um 11.30 Uhr stehen sich zudem die C-Jugend-Teams der Handball-Akademie Leipzig/Delitzsch und der NSG EHV/Nickelhütte Aue gegenüber.
SG LVB (Tore, davon 7m): Röttig (TH), Schulz (TH), Ziebert (TH, nicht eingesetzt) - Eulitz 6/2, Wagner 2, Fritsch 6, Berthold 3, Leuendorf, Kunz 4, Höhne 5, Zart 4, Sillanpää 2, Wendlandt
Aschersleben: Szabo (TH), Böhm (TH) - Emil Feuchtmann 4, Kommoß 6/5, Böcker, Seifert 4, Eicken, Kairis 3, Müller 2, Seifert 5, Erwin Feuchtmann 3, Eulenstein, Otto 4
Strafminuten: SG LVB 9x 2min, Aschersleben 3x 2min
Fotos: Martin Glass
LVB schafft Remis in AscherslebenBeim ersten Auswärts-Auftritt in der 3. Liga Ost boten die Handballer der SG LVB eine beherzte Leistung. Sie trennten sich am Samstag im umkämpften Duell mit 31:31 vom Zweitliga-Absteiger HC Aschersleben. Für die Leipziger war sogar ein Sieg in greifbarer Nähe (31:29 /58.) - sie mussten aber in letzter Sekunde mit einem Strafwurf den Ausgleich hinnehmen. In der hektischen Schlussphase fehlte es den Gästen an Cleverness, denn sie leisteten sich einen unnötigen Wechselfehler, der nicht nur den Ballverlust, sondern und auch noch eine Zeitstrafe zur Folge hatte.
In der ersten Viertelstunde (7:7) agierten die Kontrahenten auf Augenhöhe. Danach hatten die Männer von LVB-Coach Jens Große die Nase vorn (14:10 /24.) - gingen mit 16:13 in die Pause. Nach dem Wechsel blieben die Blau-Gelben bis zur 47. Minute (24:23) in Front. Die Hausherren egalisierten zwei Mal (29:29 /55.), konnten aber eine Zwei-Tore-Führung der Sachsen nicht verhindern.
"Wir haben als Aufsteiger gegen Ex-Zweitligisten drei Zähler geholt. Das hat uns keiner zugetraut", resümierte Große. "Leider hat unser knapper Vorsprung nicht für zwei Punkte gereicht", ärgerte sich Linkshänder Georg Eulitz.
Horst Hampe in der Leipziger Volkszeitung vom 12.09.2011, Seite 31
Links zum ThemaArtikel:LVZ-Online:
"LVB-Handballer schaffen gegen HC Aschersleben 31:31-Unentschieden"Leipzig Fernsehen:
"SG LVB-Handballer erkämpfen Punkt gegen Zweitliga-Absteiger"Leipziger Internet-Zeitung:
"Punktgewinn oder Punktverlust in Aschersleben?"eineblick Lokalnachrichten 2.0:
"Schreck: HCA-Spieler nach Verletzung operiert"Mitteldeutsche Zeitung:
"Punkt noch aus dem Feuer gerissen"Twitter:
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