13.11.11 von Martin Glass.
Die Handballer der SG LVB haben das Sachsenderby in der dritten Liga Ost gegen den ESV Lokomotive Pirna mit 26:25 (13:13) gewonnen. Dabei war die Partie durchgängig, aber vor allem am Ende, kaum an Spannung kaum zu überbieten.
Keiner der rund 600 Zuschauer am Samstagabend saß mehr, die Sporthalle Brüderstraße in Leipzig kochte. Es waren nur noch wenige Sekunden zu spielen - LVB lag ein Tor vor - als Pirnas Rückraumspieler Robert Delinac den Ball auf den Kasten von Sebastian Schulz zimmerte – und Schulz parierte. Spielertraube, Jubel, Derbysieg!
Doch auch die vorherigen 59 Minuten waren nichts für schwache Nerven und Werbung für den Handball. Einerseits lag dies an einer überragenden Torhüterleistung von Schulz, andererseits zauberte sein Pirnaer Gegenüber Mario Percin in Hälfte zwei ebenso zahlreiche Paraden hervor. Beide Teams lieferten sich einen heißen Kampf, wobei LVB das in den letzten Spielen leicht gehemmte Auftreten in der Kabine gelassen hatte, selbstbewusst und vor allem spielbestimmend agierte.
Vernagelte das LVB-Tor zeitweise und kämpfte um jeden Ball: "Man of the Match" Sebastian Schulz.
Wenn es aus einer überzeugenden Mannschaftsleistung neben dem Keeper noch jemand herauszuheben gäbe, dann ist dies Patrick Baum. Der erst 17-jährige von der Handball-Akademie Leipzig/Deitzsch stand erstmals von Beginn auf dem Feld, beackerte seine Gegenüber auf der Deckungsspitze und überzeugte damit durchgängig. Die Krönung war sein erstes Tor im LVB-Männer-Trikot. "Das war einfach ein toller Job, den Patrick da gemacht hat. Zudem war Sebastian im Tor heute überragend, die Deckung hat nur 25 Gegentore zugelassen. Jeder hat für jeden gekämpft", lobt LVB-Trainer Jens Große seine Schützlinge.
Der 39-jährige gab sich nach der Partie äußerst zufrieden und sei "absolut stolz auf die Mannschaft und diesen verdienten Sieg". Zudem konnten alle Feldspieler mit mindestens einem Tor zum Triumph beitragen. Großes Gegenüber bei der "Loksche" aus Pirna, der tschechische Spielertrainer Petr Hazl, reagierte entsprechend enttäuscht auf die Leistung seines Teams: "Wir haben das Spiel nicht erst am Ende verloren, sondern schon in der ersten Hälfte."
Der 17-jährige Youngster Patrick Baum setzte in der Deckung Akzente und erzielte sein erstes Drittliga-Tor.Diese erste Hälfte begann mit einem Doppelpack von LVB durch Krzysztof Zart und Jan Höhne zum 2:0. Pirna kam im eigenen Angriff nicht ins Spiel, versagte an Deckung und Torhüter Schulz. Erst in der siebten Minute dann das erste ESV-Tor, doch die Hausherren zogen über Baum, einem wunderschönen Rückhandtor von Ersatz-Kapitän Tommi Sillanpää und wieder Höhne auf 6:4 davon. Jacob Fritsch erhöhte aus dem Rückraum schnell auf 7:4. Diese Führung wurde zeitweise gehalten (11:7), auch weil Leipzig mehrere offensive Abpraller erfolgreich verwerten konnte.
Doch Pirna ließ nicht locker, kam auf 12:10 heran. Gästetrainer Petr Hazl beorderte seine Spieler zur Auszeit (27. Minute) und gab neue taktische Anweisungen. Diese zeigten Wirkung, die Elbestädter gingen beim 12:13 erstmals und einzig in diesem Spiel in Führung. LVB glich mit dem Pausenpfiff jedoch wieder aus.
Das schönste Tor des Spiels gelang Ersatz-Kapitän just in diesem Moment Tommi Sillanpää per Rückhand.Nach dem Seitenwechsel blieb es ausgeglichen (17:17), ehe Leipzig über Fritsch und Sillanpää auf 19:17 davon zog. Eulitz markierte mit dem einzigen LVB-Siebenmeter des Spiels in der 43. Minute das 20:18, was Pirna durch einen Doppelpack zunichte machte (20:20). Die Blau-Gelben schlugen nach einigen torlosen, aber spannenden Minuten über Eulitz wieder zu (49.) und Hüter Schulz legte mit einem entschärften Dreher noch eine Schippe drauf. Der Abstand hielt zunächst, ehe Wendlandt das 23:21 (52.) nach einem Abpraller markierte.
Das Spiel wurde noch intensiver, da Spielertrainer Hazl bei Pirna das Zepter übernahm und Milicevic zum 24:24 (57.) ausglich. Erst brachte LVB-Urgestein Jan Kostulski sein Team mit seinem einzigen Treffer unter großem Jubel zum 25:24 in Führung, nach erneutem Ausgleich war es dann dem gegen sein Ex-Verein hochmotivierten Krzysztof Zart vorbehalten, den 26:25-Siegtreffer 67 Sekunden vor Schluss zu erzielen. Trotz Unterzahl retteten die Hausherren – allen voran Keeper Schulz – die beiden Punkte ins Ziel.
Rund 600 Zuschauer in der Sporthalle Brüderstraße sorgten für prächtige Derby-Stimmung und fieberten kräftig mit.SG LVB (Tore/Siebenmeter): Schulz (TH), Röttig (TH, ein 7m), Ziebert (TH, ein 7m) – Eulitz 2/1, Kostulski 1, Wagner 1, Fritsch 4, Leuendorf 1, Höhne 4, Wendlandt 3, Zart 4, Sillanpää 4, Baum 1, Uhlig 1
Pirna: Grathwohl (TH), Percin (TH) – Delinac 4, Skusek 7/2, Fernandez, Hazl 2, Boucek, Milicevic 11/5, Helbig, Martinc 1, Jürschke, Dragicevic, Schneider
Strafminuten: LVB 16min, ESV 6min – 7m (verwandelt/gegeben): LVB 1/1, ESV 7/7
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