1.Männer:
Handballer der SG LVB gewinnen sensationell mit 31:30 gegen den EHV Aue
18.09.11 von Martin Glass.
Die SG LVB befindet sich durch einen hochdramatischen 31:30 (17:16) – Sieg gegen den EHV Aue weiter auf der Erfolgsspur. Gegen die Erzegbirgler verwandelte Krzysztof Zart in der letzten Sekunde nach Freiwurf zum verdienten Sieg. „Ich bin einfach sprachlos. Wir haben 5 Punkte gegen 3 Zweitliga-Absteiger errungen hat, das ist sensationell“," freut sich LVB-Coach Jens Große.
Leipzig kam zunächst überhaupt nicht ins Spiel und ging mit 0:5 in Rückstand. „Nach dem Beginn dachte ich: Das Spiel steht heute unter dem Thema Lehrgeld“, so Große. Seine Schützlinge markierten durch Neuzugang Oliver Wendlandt den ersten Treffer. Nun wurden die anfänglichen Hemmungen im Angriffsspiel der Straßenbahner blitzartig abgelegt, wobei Sascha Meiner die Spielgestaltung von Kapitän Max Berthold übernahm und Struktur ins Spiel des Gastgebers brachte. Rechtsaußen Georg Eulitz legte den Turbo ein, besorgte erst das 4:8, dann zusätzlich einen Doppelpack zum 7:8-Anschlusstreffer.
Eine prall gefüllte Sporthalle Brüderstraße bot eine hervorragende Atmosphäre für das Sachsenderby.Beim 10:10 durch Richard Wagner in der 21. Minute war das Sachsenderby nun vollkommen in der mit 750 Zuschauern ausverkauften Sporthalle Brüderstraße angekommen, die Tribünen und Fanreihen „kochten“. In dieser Stimmung steigerte sich SG LVB – Keeper Sebastian Schulz immer mehr, hielt einige Großchancen der Erzgebirgler und leitete mehrere erfolgreiche Konter ein. Mit der Rückendeckung ihres Keepers zogen die Blau-Gelben zum 15:13 weg, was auch durch eine doppelte Überzahl rund um die 27. Minute begünstigt wurde. Mit dem Pausenpfiff markierte Aue per Siebenmeter den 17:16-Anschlusstreffer.
Nach der Pause agierte LVB weiter stark und zauberte sehenswerte Spielzüge aufs Parkett. Doch die Gäste gaben nicht auf, konnten das zwischenzeitliche 24:21 der Gastgeber nicht verhindern. Durch eine Zeitstrafe gegen Torhüter Schulz wegen Meckerns dezimierten sich die Hausherren in dieser Phase unglücklich, sodass Aue in der 46. Minute durch Shinnosuke Uematsu zum 24:24 ausgleichen konnte.
Keeper Sebastian Schulz steigerte sich innerhalb der Partie und war einer der Garanten für den Sieg.Wer gedacht hatte, dass das Spiel nun kippte, wurde eines Besseren belehrt: Jacob Fritsch markierte erst zwei Knaller aus dem Rückraum, Keeper Schulz tauchte mehrmals ab und kratzte stark die gegnerischen Würfe aus den unteren Torwinkeln. Zehn Minuten vor Ultimo kamen die Auer wieder auf 26:25 heran, brachten den Ball aber durch ein (diesmal) nicht gegebenes Wembley-Tor nicht zum Ausgleich im LVB-Kasten unter.
Linksaußen Sascha Meiner antwortete für die Leipziger erst aus spitzestem Winkel, dann per Siebenmeter zum 28:25. Gäste-Trainer Maik Nowak nahm folgerichtig seine Auszeit in der 53. Minute, was aber dem starken Fritsch nicht am Tor zum 29:25 hinderte. LVB-Abwehrhüne Oliver Wendlandt kassierte anschließend zwei Minuten in der Deckung, doch den fälligen Siebenmeter hielt der extra für den Strafwurf eingewechselte Patrick Ziebert unter dem Jubel der Zuschauer.
Sascha Meiner war mit elf Toren, davon fünf Siebenmetern, bester Torschütze der SG LVB - Handballer.Das 30:26 von Kapitän Max Berthold in der 56. Minute schien die Vorentscheidung zu sein, doch die Auer legten einen furiosen Zwischenspurt ein und glichen eine gute Minute vor Schluss zum 30:30 aus. Nach einem Fehlwurf von Jacob Fritsch konnten die Gäste in Führung gehen, doch die beiden Unparteiischen pfiffen Stürmerfoul – und somit hatte Leipzig den letzten Angriff und einen Punkt bereits sicher. Nach einem für ihn gestellten Freiwurf netzte Krzysztof Zart über die gegnerische Mauer in den oberen recht Winkel zum 31:30-Siegtor ein (zu sehen im
Video-Bericht von LEIPZIG FERNSEHEN) und fand sich dann in einem feiernden Knäuel aus Mitspielern, Trainern, Offiziellen und Fans wieder.
Aues Trainer Maik Nowak war nach dem Spiel enttäuscht über die Leistung seines Teams, lobte aber auch die siegreichen Gastgeber: „Leipzig hat völlig verdient gewonnen. Sie haben eine super Mannschaft und wir wären nach dem Spielverlauf auch mit einem Punkt zufrieden gewesen. Am Ende hat es einfach nicht gereicht.“ Die Gründe für das Scheitern hatte Nowak schnell gefunden. „22 Fehlwürfe sprechen eine eigene Sprache. Zudem haben wir das Torhüterduell klar verloren“, so Nowak.
Der Jubel kannte nach dem Schlusspfiff keine Grenzen mehr - und alle stürzten auf Siegtorschütze Krzysztof Zart ein.Auf die Frage, wer denn der herausragende Spieler der Partie war, wusste Große nur eine Antwort: „Jeder, der heute aufs Feld kam, wollte das Tor machen und das Derby für die SG LVB entscheiden. Das Team war grandios.“ An den Ambitionen des Vereins ändert sich trotzdem gar nichts. „Es sind ja erst drei Spiele gespielt. Auch wenn das Thema in den letzten Tagen mehrfach von außen an uns herangetragen worden ist und wir im Moment einen kleinen Lauf haben – wir wollen die Klasse halten, mehr nicht.“
Das nächste Spiel bestreiten die weiter ungeschlagenen und derzeit mit 5:1 Zählern auf dem dritten Tabellenplatz rangierenden Messestädter am nächsten Sonntag (25.09.) um 17 Uhr bei der HSG Pohlheim nahe Gießen. Die nächste Partie vor eigenem Publikum steigt dann am darauffolgenden Samstag (01.10.) um 15 Uhr daheim gegen die HSG Kleenheim. Sowohl die Kleenheimer als auch die Pohlheimer stehen derzeit mit 2:4 Punkten auf Platz 13 bzw. 14 der dritten Liga.
SG LVB (Tore/davon Siebenmeter): Röttig (TH), Schulz (TH), Ziebert (TH) – Eulitz 4, Meiner 11/5, Wagner 2, Fritsch 5, Berthold 2, Leuendorf 1, Kunz, Höhne 1, Wendlandt 3, Zart 2, Sillanpää
EHV Aue: Skabeikis (TH), Meinl (TH) – Schäfer 5, Meinhardt, Roch 1, Rothenburger, Berthold, Jaanimaa 9, Mägi, Vesely 3/3, Faith 2, Uematsu 5, Wittig 2, Matschos 3
Fotos: Martin Glass
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Sieg in letzter Sekunde
Handball-Sachsenderby: LVB setzt sich gegen Aue mit 31:30 durchNichts für schwache Nerven: Die Handballer von Aufsteiger der SG LVB haben gestern Nachmittag als Tabellenvierter der 3. Liga Ost (3:1 Punkte) gegen den Fünften EHV Aue (2:0) ihr zweites Heimspiel bestritten. Den 750 Zuschauern, darunter 150 EHV-Fans, wurde in der Sporthalle Brüderstraße Spannung pur geboten. Die Leipziger entschieden das brisante Sachsenderby zwei Sekunden vor Schluss durch einen Treffer von Krzysztof Zart mit 31:30 (17:16) zu ihren Gunsten.
Obwohl die Hausherren schon 30:26 (56.) in Front lagen, mussten sie noch den Ausgleich (30:30) in der vorletzten Minute hinnehmen. Am Ende wurde es dann für das aufopferungsvoll kämpfende Team von LVB-Trainer Jens Große eine Zitterpartie, die aber mit dem letzten Ballbesitz einen überraschenden Erfolg gegen den favorisierten Zweitliga-Absteiger einbrachte. Gäste-Coach Maik Nowak beglückwünschte LVB zu einer "starken Leistung mit verdientem Ausgang. Mit unseren 22 Fehlwürfen kann man so ein Spiel nicht gewinnen. Außerdem haben wir auch das Torhüter-Duell verloren. Die Leipziger werden mit dem Abstieg nichts zu tun haben", sagte Nowak zum Auftritt des Kontrahenten.
Seine Mannschaft begann mit einem furiosen 5:0-Start (9.), konnte aber die Aufholjagd der Blau-Gelben nicht stoppen (10:10/21.). "Bei uns hat am Anfang nichts funktioniert. Bei mir kamen ernste Befürchtungen auf, die in Richtung Lehrgeldzahlung gingen. Uns hat sicher keiner mehr zugetraut, dass wir ins Spiel zurückkommen. Unsere Männer haben danach über 50 Minuten Moral bewiesen", resümierte Große. In seinem Team waren Keeper Sebastian Schulz und Sascha Meiner (elf Treffer) herausragende Akteure.
Im zweiten Durchgang behaupteten die Messestädter ihren Vorsprung, der mit 24:21 (42.) jedoch nicht ausreichte, um den Gegner abzuschütteln. Obwohl Aue egalisierte, boten die Gastgeber abermals Paroli und hatten mit 29:25 (54.) die Nase wieder deutlich vorn. "Nach dem schwachen Start wollten wir uns keinesfalls überrollen lassen. Wir haben die Leistung hochgefahren und den Glauben an uns nicht verloren", freute sich der beste LVB-Schütze Meiner mit seinen Mannschaftskameraden.
Horst Hampe in der Leipziger Volkszeitung vom 18.09.11, Seite 31
Übertragung im FernsehenSachsens regionaler Sportsender
8Sport überträgt die Partie in Bild und Ton zu folgenden Sendezeiten:
21. September 2011 um 20.00 Uhr
22. September 2011 um 18.15 Uhr
25. September 2011 um 21.45 Uhr